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Sibylle zwischen zwei Welten Román von Aenne Bodmann Jutta wurde um Mitternacht durch merkwürdige Geráusche geweckt. Es hörte sich an, als tappten viele Herpfoten durch das Zimmer. Dann fingén die ungebetenen Gáste an zu schnaufen und zu brtillen. Zittemd vor Angst lag Jutta in ihrem Bett, sie hielt sich die Ohren zu und wagte kaum, sich zu bewegen. Irgend etwas flog über sie hinweg und berührte fast ihr Gesicht. Sie spiirte sogar den Luftzug. Vorsichtig zog sie sich die Decke über den Kopf. Da fafite eine kalte Hand an ihre Füfte, bis sie entsetzt aufschrie... Die frühe Kindheit der kleinen Sibylle Lauenberg verlief sehr glücklich. Die Eltern, der Diplom-Landwirt Werner Lauenberg und seine Frau Clara, geborene Wittmund, liebten ihre hübsche und fröhliche Tochter von ganzem Herzen. Für die GroKmutter Olga Wittmund war sie sowieso das reizendste kleine Mádchen überhaupt. Doch diese Einschátzung war nicht nur in der Familie verbreitet. Sibylle war der erklárte Liebling des gesamten Personals von der Haushálterin Anna Schulte bis hin zum Faktotum und Fahrer Eduárd Brennecke. Áufterlich fehlte es ihr an nichts. Sie hatte ein wunderschönes Kinderzimmer mit hellen Möbeln und freundlichen Teppichen. Sie besaí? viele Puppen und andere Spielsachen, aber auch schon viele Kinderbücher, obwohl sie noch nicht lesen konnte. Darüber hinaus botén das geráumige Gutshaus von Barenfeld und der weitláufige Park alle nur denkbaren Spielmöglickeiten. Sie hatte ein Pony zum Reiten und einen Hund, der ihr treuer Begleiter war. Dieses Tier, ein riesiger Scháferhund namens Bukó, war standig an Sibylles Seite, und deshalb durfte das Kind sogar alléin im nahen Forst spazierengehen. Die Eltern wuftten ja, dafi Bukó keinem Fremden gestatten würde, seiner kleinen Herrin zu nahe zu kommen. AuBerdem war er jederzeit in der Lage, den Heimweg zu finden, falls sich Sibylle einmal zu weit hinausgewagt hatte. ín ihren ersten Lebensjahren hatte sie niemals Feindseligkeiten oder Ablehnung erfahren, sie kannte nur Menschen, die freundlich zu ihr waren. Für Sibylle waren Liebe und