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Sie sahen die Mauern Trojas
Anfangs war die weltberühmte Entdeckung von Heinrich Schliemann nur für diejenigen interessant, die den Hügel vom kleinasiatischen Hisarlik als den Schauplatz der Homerischen Epen betrachteten. Die seither ununterbrochen weitergeführten Ausgrabungen bewiesen, daß das Troja von Homer (um 1150 v. Chr.) die Schicht Vll/B der neunschichtigen Siedlung ist und die darunterliegenden Horizonte den archäologischen Nachlaß von beinahe 15 Jahrhunderten verbergen.
Die Ausgrabungen auf dem Gebiet von Szeged um die Jahrhundertwende brachten solche Funde zu Tage, die sich nur schwer mit einem mitteleuropäischen Kulturkreis verbinden lassen, denn sie sind von der wirtschaftlich-historischen und formellen Seite gesehen eher mit dem östlichen Balkan ünd mit Kleinasien in Verbindung zu bringen. Die Periode, die wir in unserer Ausstellung zeigen wollen, umfaßt die archäologischen Funde nahezu eines Jahrtausends in jenem Gebiet, das sich fast genau im Zentrum Europas befindet, wo sich die archäologischen Kulturen vom Osten und Westen, Norden und Süden berühren, auf der Landstraße der Völker, im Herzen des Karpatenbeckens. Die hier behandelte Periode (das 2. Jahrtausend v. Chr.) umfaßt das Zeitalter des biblischen Abraham und des Königs David. Das Komitat Csongrád - das untersuchte Gebiet - wird durch die vom Norden nach Süden fließende Theiß geteilt, in die sich die aus Siebenbürgen kommenden Flüsse, die Körös und die Maros ergießen. Letztere ist besonders bedeutend, sie war nämlich während den Jahr-
tausenden eine wichtige Wasserstraße, auf der man Kupfer und Gold, vielleicht sogar Salz von den siebenbürgischen Fundorten für die Bewohner der großen Tiefebene transportierte.
Am Ende des 3. Jahrtausends - zu Beginn der Bronzezeit - kamen aus zwei Richtungen mehrere Volksgruppen, die das Ethnikum der großen Tiefebene in der Bronzezeit für Jahrhunderte beeinflußten. Auf die Süd-Ostbeziehungen wurden zuerst die ungarischen Prähistoriker, István Bona und Nándor Kalicz, sowie ihre Schüler aufmerksam. Ihre Beobachtungen und Vermutungen faßten sie in zahlreichen großen Monographien zusammen. Zu dem vom Osten kommenden Ethnikum gehörte das Volk der Grubengrabkul-tur, oder das der Kurgan-Kultur, das von den südrussischen Steppen in das Karpatenbecken kam. Ihr eigentümliches Erbe sind die Erdpyramiden, deren Zahl nach Landkarten aus dem vorigen Jahrhundert die Dreitausend erreichte, auf einer mit Wald und Auen bedeckten Ebene. Ihre Toten haben sie unter der Erdoberfläche in mit Fellen reich ausgestatteten Kammern mit Balkendecken begraben. Danach haben sie über die Gräber einen Erdhügel, der manchmal tausend Kubikmeter erreichte aufgeschüttet. Dieses Steppenvolk brachte das domestizierte Pferd mit sich, das jahrtausendelang die Kampftechnik und später auch die Agrartechnik bestimmte. Die von ihnen hier vorgefundene Urbevölkerung hatte schon eine enge Beziehung zu Anatolien, darauf weisen jedenfalls die Gefäßformen und die Idole und Statuetten hin. Ähnliche fand man in den frühen Schichten von Troja. Um die