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EINLEITUNG
Die hohen Feste der Kirche sind heute einer dreifachen Bedrohung ausgesetzt: Durch die zunehmende Verdunkelung ihres Sinnes für einen großen Teil der heute Lebenden, einschließlich vieler, die sich noch zu einer Kirche bekennen; durch die Verweltlichung oder besser Verkitschung der mit diesen Festen verbundenen Feierbräuche; durch die in kommunistischen Staaten, insbesondere der sowjetisch besetzten Zone, unternommenen Versuche, einen sozialistischen Kult ins Leben zu rufen. Der Vorgang ist also ein vielfach — politisch, psychologisch, soziologisch — bedingter und wird dadurch erst recht verwik-kelt, daß die christlichen Kirchen ihre hohen Feste seit vielen Jahrhunderten, mindestens seit der konstantinischen Ära, nicht mehr im Sinne einer „Arcandisziplin", eines Geheimwissens, begingen, sondern im vollen Lichte und unter voller Beteiligung der Öffentlichkeit, daß ferner an den hohen Festen der Wille zu öffentlicher Repräsentation sich besonders kräftig regte, und endlich dadurch, daß eine Menge von außer- und vorchristlichen Vorstellungen und Überlieferungen in den christlichen Brauch eingingen, um sich zu gegebener Zeit wieder selbständig zu machen. Somit ist die Kirche nicht unschuldig an dem