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Langsam kroch die Kálte in alle Ráume. Zunáchst war sie in den Arbeitsráumen spürbar, breitete sich dann aber rasch bis zur Mitte des Schiffes aus, bis sie schliefílich alle Lebewesen den eisigen Hauch eines ewigen Schattens ahnen liefi. Min kauerte auf ihrer Liege. Sie fror. Sie fror schon seit Stunden, schon seit sie wieder ín ihrer Kabiné war und obgleich zu diesem Zeitpunkt das Thermometer noch die normálé Bordtemperatur anzeigte. Sie lag bereits einige Zeit, als die Heizaggregate abgeschaltet wurden. Ausruhen sollte sie, sie und die anderen - bis auf den Wachhabenden. Wenn ich doch einschlafen könnte. Schlaf táte wirklich gut, überlegte Min. Die letzten Tage botén wenig Gelegenheit dazu. Oder bewegen müfíte ich mich. Min gab den Gedanken sogleich wieder auf. Vielleicht ist ohnehin bald alles vorbei... Sie starrte an die gegenüberliegende Wand der Kabiné und zuckte nur leicht zusammen, als das Hauptlicht erlosch. Im Schein der Notbeleuchtung wirkte die Zweckeinrichtung des Raumes kait, gespenstisch. Min láchelte. Es wird angenehmer sein, dachte sie, wenn es in den letzten Stunden nicht so hell ist. Dann richtete sie sich mit einem Ruck auf. Ist es überhaupt gerechtfertigt, dafi ich resigniere? Ich lebe, und mit mir noch sechs. Der Kommandant und die Ingenieure sind zuversichtlich. Und gerade Chalo! Er hátte Grund, niedergeschlagen, ja sogar verzweifelt zu sein - aber gerade er ist es, der uns aufmuntert, uns Hoffnung gibt. Schlufí mit den Grübeleien! Min stand auf. Es sind noch Analysen zu machen. Chalo wird verstehen, dafí ich nicht ruhe, nicht ruhen kann, dafi ich auch nach dem Dienst noch arbeiten möchte. Aber - ob es wirklich noch einen Sinn hat? Sind tatsáchlich die anderen so zuversichtlich, oder geben sie sich nur so? Habe nur ich diese unbestimmte Angst vor dem Kommenden? Unsinn! Eines Tages werden die Unsrigen unsere Spur finden. 5