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DAS SIEBENBÜRGEN VON KAROLY KOSIn dem sich zu Beginn dieses Jahrhunderts in stürmischem Tempo entwik-kelnden Budapest wurde jene architektonische Strömung, die im Deutschen als Jugendstil, im Englischen als eine Variante der Baukunst der Präraffaeli-ten bekannt war, in beispiellosem Maße gefördert. Im Kreis von Architekten war besonders die Wirkung John Ruskins bedeutend, wie davon eine Studie von Aladár Körösfői Kriesch, Ruskinról s az angol praerafaelitákról (Über Ruskin und die englischen PräraffaeHten) zeugt, die 1904 in Budapest erschienen war. Auf die führenden ungarischen Architekten der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts übte (u. a.) auch Ruskins Werk, Seven Lamps of Architecture, eine Wirkung aus. Diese Lehren mit den Idealen des Jugendstils kombinierend war man bestrebt, einen spezifisch ungarischen Stil zu entwickeln. Man entdeckte die Bautraditionen und den Stil des ungarischen Dorfes, jenen der im Mittelalter und später entstandenen ungarischen adeligen Herrenhäuser - Bereiche, die die Architekten in Ungarn bis dahin nicht zur Kenntnis genommen oder mit Verachtung abgelehnt hatten. Diesem Kreis von Architekten schloß sich gegen 1905 der in Temeschwar (Temesvár) geborene Károly Kós (1883-1977), damals in seinen Zwanzigern, an, der sich trotz seines Alters bereits einiger großartiger Aufträge rühmen konnte (so etwa des Entwurfs für einen großen Teil des Budapester Tierparks). Erfand Kontakt zu der gerade damals zum Weltruhm gelangten finnischen Baukunst, und mit Gottleib Eliel Saarinen, der seit 1922 in den USA tätig war, verband ihn eine jahrelange Freundschaft.Sowohl die Präraffaeliten als auch die Anhänger des Jugendstils (nach amerikanischer Art könnte man ihn auch Liberty Style nennen) erlebten und betrachteten die Kunst als organische Einheit, sie waren als Schriftsteller, Dichter, Maler und Textil- oder Möbeldesigner tätig. Ähnlich schrieb auch Károly Kós literarische Werke, die er vielfach mit eigenen Illustrationen versah (Attilakirályrólének-l\ed von König Etzel, 1909).Károly Kós' engere Heimat, das Temescher Banat, war seit dem Mittelalter als Grenzschutzgebiet von großer Bedeutung und grenzte an den als Sieben-