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VORWORT
»Auf >Mensch<, auf das Wort >Mensch< gibt es in unserer Sprache keinen Reim: das ist mir immer schon merk-würdig (im rechten Verstand des Wortes: merk-würdig) erschienen. Mensch und Mensch, das reimt sich nicht, das ist kein wirklicher Zusammenklang, das ist ein Annäherungswert . . . und das im besten Fall. Und so muß man es wohl wahr sein lassen.« Albrecht Goes
»Jeder von uns ist der andere für die anderen. Der Mensch ist ein Erlei-dend-Handelnder, ein Handelnd-Erleidender . . .« Ronaldo. Laing
»Der Mensch will leben, nur das, das ist sein Beruf, sein Ziel, sein Pathos.«
Eduard Graf Keyserling
Die kurzen Betrachtungen, die ich hier zu einem Büchlein zusammenfüge, waren ursprünglich nicht für eine Buchveröffentlichung gedacht. Sie standen in verschiedenen Wochenzeitschriften oder wurden als Kurzanspra-cherr~irn~Runifunk gehalten. Sie hatten also, wie man sieht, zunächst durchaus eiü »Eigenleben«.
Ich habe die Beiträge locker unter sieben Überschriften zusammengebunden. Es sind Gedankensplitter über den Menschen und die Menschlichkeit, die — zusammengefaßt — noch keine gültige Lehre vom Menschen ^ ergeben, keine christliche Anthropologie.
Ihr Anspruch, mit dem sie vor den Leser treten, ist weitaus bescheidener: Sie möchten kleine Denkanstöße und Beobachtungs- sowie Verste-henshilfen sein. Literarisches und Alltägliches wechseln einander ab. Erlebtes und Erdachtes gehen da Hand in Hand.
Als Leser wünsche ich mir wache, denkbereite Christen und solche, die es sein könnten oder sein möchten, aber auch kirchenfeme und kirchenenttäuschte Menschen.
Der Rückbezug auf Jesus — etwa in den sieben meditativen Texten — ist mir, etwa weil ich Pfarrer bin, nic^ht eine konventionelle Pflichtiibung,_Er entspringt vielmehr der Überzeugung, daß dasT^Jenschenbird des Mannes aus Naz"aret_heute nicht weniger hilfreich und gültig ist als damals.
Das Buch widme ich meinen Predigthörern in der Ciarenbachkirche zu Köln-Braunsfeld, unter denen mir in fast siebzehn Jahren viele zu guten Freunden geworden sind. Rudolf Schulz