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Zwei Mächte führen den Untergang der heidnischen Welt der Antike herbei: Die geistig-seelische Gewalt des Christentums und die Veränderung und Zerstörung der Volksstruktur in den Kernländern des Imperiums. Die Idee des Christentums erfaßt, vom Osten ausgehend, trotz schärfster Unterdrückung und Verfolgung, die Volksmassen. Die verzweifelten Flüchtlinge aus den von Barbaren überrannten Grenzprovinzen, die Sklaven und Entrechteten wenden sich mit opferbereiter Hingabe einer Religion zu, die sich der Armen und Elenden annimmt, die ihnen Hoffnung, Liebe und Erlösung predigt. Der Tempel des Jupiter auf dem Capitol, das heilige Herz des römischen Großstaates, wird seiner mystischen Macht, der sich die Völker so lange gebeugt haben, entkleidet. Die geistigen Fäden, die das Reich zusammenhielten, zerreißen unter der Spannung der Zeit. Diokletian, der große Kaiser, hat zwar noch einmal die Gewalten gebändigt, aber sein Werk zerbricht, nachdem er - befreit von der Last des Purpurs - den Frieden im Schloß zu Spalato gefunden hat. Erbitterte Kämpfe um die Macht zerklüften die Reichsteile, eine demoralisierende Geldentwertung, steigende Verarmung und Verelendung und die fortdauernde Unterwanderung der Rand- und Kernprovinzen durch Barbaren, sowie die Überfremdung des Heeres stürzen den Staat in ein gefährliches Chaos.Konstantin, der Erbe des kaiserlichen Diadems, gibt dem Reich durch die Anerkennung des Christentums und die Einordnung der kirchlichen Verfassung in das Staatsgefüge einen neuen Zusammenhalt. Der Reichsmittelpunkt aber verlagert sich von Rom nach dem Osten des Imperiums.