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EINFÜHRUNG
Die Arbeit an der Tetralogie „Der Ring des Nibelungen" umfaßt den Zeitraum von 26 Jahren. Einbeschlossen sind mehrfache Unterbrechungen auf lange Zeit, zuweilen sogar schien die Durchführung des Planes völlig in Frage gestellt, dann aber wurde sie wiederum mit aller Energie vorangetrieben. Die ersten Entwürfe Richard Wagners fallen in das Revolutionsjahr 1848, der Schlußstrich hinter das Gesamtwerk wurde 1874 getan, im August 1876 fand die Einweihung der Bayreuther Festspiele statt mit drei öffentlichen Aufführungen des musikdramatischen Zyklus. Ein ungeheuerlich zähe»-Kunstwille hatte sich damit gegen eine Welt von Widersachern durchgesetzt.
Ende April 1848 war die Komposition des „Lohengrin" abgeschlossen worden, der zwar noch als „große romantische Oper" bezeichnet ist, aber schon alle wesentlichen Stilmerkmale des Musikdramas aufweist. Wagner vergönnte sich nur eine kurze Atempause, die schöpferische Unrast trieb ihn schon im September zu neuen Plänen an. Am 4. Oktober 1848 wurde ein erster dramatischer Entwurf des Nibelungen-Mythos niedergeschrieben, zwischen dem 12. und dem 28. November erfolgte die Skizzierung einer Tragödie „Siegfrieds Tod". Hineingerissen in die starken politischen Strömungen der Zeit, immer empfänglich für neue Erregungen und Anregungen, beteiligte Wagner sich durch Pamphlete, Aufsätze, schwungvolle Aufrufe und öffentliche Ansprachen in Versammlungen an den „revolutionären Umtrieben", was alles den Hofkapellmeister Wagner bei seiner vorgesetzten Behörde mehr als verdächtig machte, dann auch zur Verzögerung und schließlich zur Hintertreibung der Uraufführung des „Lohengrin" führte. Wegen Vorbereitung und Beteiligung