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Das ist der eigentliche Mensch nicht, der mit uns lebt; wir müssen ihn jetzt aus der Geschichte heraussuchen.
Tagebuch des Georg Christoph Lichtenberg
Nach der Ermordung Dr. Martin Luther Kings, so wird berichtet, rief sein Vater, der alte Baptistenpastor, aus, nun erst wisse er, wie krank Amerika sei. Dodi lange vor ihm, Jahrzehnte vor jeder Regung eines Aufruhrs, erkannten schon andere, daß den Vereinigten Staaten vom Grunde ihrer Seele her in der Zukunft Schlimmes bevorstehe. Der Schweizer Psychiater und Tiefenpsychologe C. G. Jung hatte nach der Behandlung vieler amerikanischer Patienten als hödist eigentümliche Beobachtung festgehalten, daß in deren Träumen immer wieder die Gestalt des Negers als dunkle Drohung und Inbegriff des Bösen, die des Indianers dagegen als heldenhafte Figur anzutreffen sei. Mit jener tük-kisdien, der menschlichen Psyche oft eigenen Logik der Umkehrung wurde so im tiefsten Inneren der Amerikaner das Gefühl der erdrückenden Schuld an der schwarzen Rasse gleidizeitig verhüllt und manifestiert, während für die als geringer angesehenen Missetaten an den tapferen Vorbesitzern des Landes durch deren Heroisierung ein leichteres Alibi sich einstellte. — Auch andere Schriftsteller haben auf die sdiwer neurotisdie Natur dieses Konfliktes zwischen Schwarz und Weiß hingewiesen, und man darf annehmen, daß darin auch die größten Schwierigkeiten seiner Lösung liegen werden.
Mehr als einmal hat C. G. Jung auch tiefenpsychologische Erfahrungen an Deutschen mitgeteilt. Eine der aufschluß-