Bővebb ismertető
VORBEMERKUNGDie Textfassung dieser Ausgabe beruht auf der von Georg Wissowa besorgten IQ. Auflage, die unter dem Titel D ar s t eil un ge n aus der Sittengeschichte Roms, in der Zeit von Augustus bis zum Ausgang der Antonine" erschien. Diese Auflage brachte den Stoff so geordnet, daß alle Exkurse in den 4. Band verwiesen waren, während die ersten drei Bände den Text brachten. Unsere einbändige Ausgabe enthält den vollständigen Text dieser drei Textbände. Die Anmerkungen, in der Hauptsache Verweise auf alte Autoren, sind weggeblieben.Die 122 Kupfertiefdruckbilder, die dem Band beigegeben worden sind, gehen meist weniger bekannte antike Denkmäler wieder. Die Auswahl wurde nicht nach dem Kunstwert getroffen, sondern, wie es in diesem Falle billig ist, nach dem kulturgeschichtlichen Interesse.Als umfassende Schilderung der Sitten eines bedeutsamen Zeitabschnitts der Weltgeschichte behält Friedlaenders Werk als eine unübertroffene Leistung seinen hohen Rang auf wissenschaftlichem und literarischem Gebiet, und bildet in diesem Sinne eine erwünschte und notwendige Ergänzung zu Mommsens Römischer Geschichte", die in unserer Ausgabe eine so dankbare Aufnahme gefunden hat.DER PHAIDON-VERLAGL DIE STADT ROMNoch gegen Ende der Königszeit glich Rom trotz seiner bereits beträchtlichen Ausdehnung, welche durch den Gang der Servianischen Mauer bezeichnet ist, in manchen wesentlichen Zügen einem Pfahldorf. Noch wurden im Innern der Stadt Landwirtschaft und Viehzucht getrieben. Um die aus Lehm, Stroh oder Holz aufgeführten Wohnstätten lag Unrat von Menschen und Vieh und zerbrochenes Haus- und Ackergerät umher. Auf den unge-pflasterten Straßen wandelte man im Sommer in Staubwolken, im Winter im Kot.Die Mängel der späteren Anlage der Stadt werden von den Alten auf den nach dem gallischen Brande (390 v. Chr.) planlos und tumultuarisch betriebenen Neubau zurückgeführt. Die Quartiere waren unregelmäßig, die Gassen eng und gewunden, die Häuser standen vielfach in gedrängten Massen. Ziegeldächer wurden nur sehr allmählich allgemein, die Deckung mit Holzschindeln erhielt sich bis zum Kriege mit König Pyrrhus (284 v. Chr.): ein Beweis für den damaligen Waldreichtum Italiens, in dem Rom in der Folgezelt mit seinen aus Fachwerk hoch aufgetürmten, so oft abbrennenden Miethäusern gewaltig aufräumte. Noch viel später wurde ein Anfang zur Pflasterung der städtischen Straßen gemacht; die erste bekannte Fahrstraße ist 237 v. Chr. angelegt worden. Begann nun Rom auch nach und nach seinen dorfartigen Charakter abzulegen (wie z. B. schon vor 310 v. Chr. die hölzernen Buden der Fleischer am Forum den Geschäftslokalen der Geldwechsler gewichen waren), so erfolgten doch die Verschönerungen so langsam und vereinzelt, daß noch am Hofe Philipps von Mazedonien (174) die römerfeindliche Partei über das unschöne Aussehen der weder durch öffentliche noch durch Privatbauten glänzenden Hauptstadt Italiens spotten konnte. Ihre Ausstattung mit ansehnlichen Bauwerken war damals erst seit kurzem in Angriff genommen worden. Die Errichtung von Basiliken, die, an die Stelle der Buden tretend, allmählich einen die Hauptlinien des Forums umgrenzenden steinernen Hallenbau von gleichmäßiger architektonischer Dekoration" bildeten, hatte um 185 mit der von M. Porcius Cato erbauten begonnen, auf welche 180 und 170 die des Fulvius Nobilior und Sempronius Gracchus folgten. Durch den ersteren erhielt Rom in dem für seine Baugeschichte epochemachenden Zensorenjahre 179 auch einen großen Zentralmarkt für Lebensmittel mit einem kuppelgedeckten Schlachthause in der Mitte und ringsumlaufenden Verkaufshallen. Der erste von Q. Metellus Macedonicus (Konsul 143) erbaute Marmortempel" war wahrscheinlich mit geraubten Säulen und andern Werkstücken ausgestattet.Durch das allmähliche Anwachsen der Stadt im Marsfelde vollzog sich eine große Transformation. Nach kleinen Anfängen hatte hier die Anlage der schnurgeraden Via Flaminia und des Circus Flaminius Epoche gemacht, ihr war die Periode des Portikenbaus im südlichen Teile gefolgt, dann diejenige der Pompejusbauten. Den Monumentalbauten folgend schob sich jedesmal auch der private Anbau vor, und vermutlich wurde das Straßennetz, anschließend an Via Flaminia, Portiken, Zirkus usw., auch rechtwinklig angelegt, wie wir