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Panorama der Stadt.
PALERMO
Geschichte. Palermo hat ein großstädtisches Aussehen und öffnet sich wie ein Fächer auf seine malerische Bucht, im Hintergrund karge und mächtige Berge, die zu ihren Füßen die grüne Conca d'Oro umschließen. Trotz des Emporschießens der Betonblöcke in den letzten Jahrzehnten hat die Conca d'Oro doch ihren einmaligen landschaftlichen Charakter beibehalten. Zuerst ließen die Sikaner, dann die Kreter und die Elymer sich an der Bucht nieder, welche später von den Karthagern sehr geschätzt wurde, so daß sie vom VIII. Jahrhundert v.Chr. ab ein fester punischer Sitz wurde. Zwischen dem VI. und dem IV. Jahrh. v.Chr. entstand eine befestigte Stadt um den ursprünglichen Kern Pa-leopolis und das später gegründete Neapolis. Die Syrakuser unternahmen verschiedene Versuche, während der Zeit der Kriege gegen die Karthager die neue Stadt in Besitz zu nehmen. Nach der erfolglosen Belagerung im Jahr 258 v.Chr. mußte die Hochburg der Karthager in Sizilien die Waffen strecken und sich den Römern ergeben (254 v.Chr;). Vier Jahre später schlugen diese den Wiedereroberungsversuch seitens Hasdrubal zurück. Mit dem Verfall der Macht Roms zwischen dem VI. und dem IX. Jahrh. n.Chr. lösen sich die Barbaren in Palermo ab (Vandalen, Ostgoten), bis sich dann die Byzantiner niederlassen (erste Hälfte des VI. Jahrh.), welche dann wieder im Jahr 831 von den Arabern vertrieben werden. Zu Anfang des XI. Jahrh. muß sich die Macht der Moslems dem vereinten Angriff der Normannen und Pisaner unterwerfen, und von 1072 ab besetzen die Normannen unter Guiscard und Roger die Stadt. Von die-
ser Zeit an, bis zu den letzten zwanzig Jahren des XII. Jahrhunderts entfaltet sich die Herrschaft der Normannen, und von Palermo dehnt sie sich bald auf ganz Sizilien aus und fördert die Wissenschaften, die Kultur, die Künste. Mit dem Untergang der Normannen treten die Staufer auf den Plan, vor allem in der Figur Friedrichs II., um den sich die fortschrittlichsten Geister des kulturellen Lebens der Zeit scharen, trotz der vereinten Opposition des Adels und des Papsttums. Nach dem Tod Friedrichs II. (1250) beginnt der unabwendbare Abstieg der Stadt. Die Hauptstadt wird nach Neapel verlegt (1266), und die Anjou und die Arago-nier lösen sich in der Herrschaft ab. Der kurze Zwischenfall der Sizilianischen Vesper (1282) verstärkt nur die Arago-nier, und es ist der Auftakt für die lang andauernde spanische Herrschaft auf der Insel. Zwischen dem XVI. und dem XVII. Jahrh. verändert die Stadt ihr Aussehen erneut. Es entstehen neue Befestigungsanlagen, und die städtische Ordnung verwandelt sich grundlegend. In der ersten Hälfte des XVIII. Jahrh. folgen die Savoyer und die Österreicher aufeinander, bis zur Thronbesteigung Karls III., der seinen Reichtum aus der arroganten Ubervorteilung bezieht, die der Klerus und der Adel gemeinsam ausüben. Die französische Revolution und die Unruhen, die überall laut werden, bringen die bourbonische Regierung dazu, 1812 eine Verfassung aufzustellen. Diese hält aber die revolutionären Fermente nicht auf, und auf diesem fruchtbaren Boden kann dann das siegreiche Unternehmen Garibaldis (1860) Fuß fassen.