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Einleitung
„Allmächtigst — allergewaltigst — allgütigster Gott,, siehe an den Erbfeind, wie selbiger prangt mit seiner Macht, was Hochmut er zeigt in seinen Waffen, wie trutzig er der Christenheit droht, wie stark er sich auf seinen Säbel verlaßt! Wir aber, o gütigster Gott, sparen auch nicht unsere Gegenwehr, ziehen gleichmäßig beherzt vom Leder, aber verlassen uns auf deine göttliche Hilf, wir halten uns an dich wie der Wintergrün an einen Baum, und mit deiner Hilfe werden wir überwinden." So betete P. Abraham a Sancta Clara im Türkenjahr 1683 im Augustinerkloster zu Graz. Gottvertrauen, Ernst und Entschlossenheit sprechen aus seinen Worten. Er betete vor einem leidgeprüften Volk.
I.
Das siebzehnte Jahrhundert brachte schwere Heimsuchung über Mitteleuropa, besonders über das deutsche Siedlungsgebiet. Deutsche Fürsten bekämpften einander, das Volk war in zwei große konfessionelle Lager gespalten. Teils aus Gründen des Glaubens, teils unter dem Vorwand, die Religion zu verteidigen, mehrfach aber aus staatspolitischen Interessen, griffen fremde Mächte in den Dreißigjährigen Krieg ein. Hasch wechselten die Fronten. Wer heute Freund war, konnte morgen Feind sein. Vom Osten her berannte der Türke die Vorposten des Habsburgerreiches.
Das Volk zahlte, blutete, litt, jauchzte, ehe noch die Tränen getrocknet waren, verzweifelte aber wieder rasch. Glanz und Elend wohnten Tür an Tür. Truppen aus aller Herren Ländern durchstreiften brennend und plündernd das Land. Flüchtlinge und Marodeure verschleppten Seuchen, die sich unter den hungernden