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Unser Land ist langgestreckt wie ein etwas aus der Form geratenes Bauernbrot. Wir Schweden bedienen uns gerne einer solchen Beschreibung, um leichtverstándlich auszudrücken, was eine unmittelbare und nicht gerade tiefgründige Erklárung erfordert. Schweden ist alsó ein langgestrecktes Land mit einem Abstand vom Norden zum Süden wie zwischen Leningrád und Sevastopol oder zwischen Calais und Gibraltar. Da unser Land niemals von fremden Eindringlingen besetzt worden war und seine Kriege stets auf dem Boden anderer Lánder ausgetragen hat,...
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Unser Land ist langgestreckt wie ein etwas aus der Form geratenes Bauernbrot. Wir Schweden bedienen uns gerne einer solchen Beschreibung, um leichtverstándlich auszudrücken, was eine unmittelbare und nicht gerade tiefgründige Erklárung erfordert. Schweden ist alsó ein langgestrecktes Land mit einem Abstand vom Norden zum Süden wie zwischen Leningrád und Sevastopol oder zwischen Calais und Gibraltar. Da unser Land niemals von fremden Eindringlingen besetzt worden war und seine Kriege stets auf dem Boden anderer Lánder ausgetragen hat, gehört die Bevölkerung zur einheitlichsten oder wie es vornehmer heisst, zur homogensten der Welt. Dennoch wechselt das Land auf den 1.600 Kilometern von Treriksröset im Norden bis nach Smygehuk im Süden gleichsam mehrfach das Feli. Das Klima, der Landschaftstyp, die Fruchtbarkeit des Bodens sind Faktorén, die im Charakter des Schweden, seinem Alltagsleben und seinen Arbeitsbedingungen deutliche Spuren hinterlassen habén. Spricht man über diese Unterschiede zwischen den Breitengraden, erntet man von vielen Schweden den Vorwurf, beschránkter Heimatromantiker zu sein. Doch der Autor dieser Zeilen ist seit beinahe 2 Jahrzehnten Auslandsschwede und wurde mehr und mehr davon überzeugt, dass solche Unterschiede wirklich existieren. Dieser Eindruck wird noch verstárkt, wenn man in Kari Gullers "So ist Schweden" blattért, der die Kontraste dieses wechselnden schwedischen Antlitzes behutsam und liebevoll wiedergibt. Ich möchte mit den landláufigen Vorstellungen von der schwedischen Landschaft beginnen. Das erleichtert vielleicht dem auslándischen Betrachter, die besonderen Züge dieses Landes voneinander zu unterscheiden. Untén im Süden liegt Skáne, Schonen, mit einem Sechstel der Bevölkerung Schwedens. Diese Provinz war bis vor etwa 300 Jahren dánisch und ihre Bewohner habén mit ihrem sonnigen Gemüt mehr gemeinsam mit den Dánén als mit den übrigen Schweden. Mit seinen grossen schweifenden Ebenen gleicht Skáne in vielem Dánemark und der nordwestlichen Ecke des Kontinents. Die Waldstreifen im Nordosten sind gleichsam ein Rückenschild gegen das übrige Schweden. Skáne wendet sich der Welt zu und öffnet Európa die Arme. Es hat sogar eine eigene Flagge, ein gelbes Kreuz auf rőtem Grund, um eine gewisse Distanz zum übrigen Schweden und eine bestimmte Zusammengehörigkeit mit Dánemark zu markieren. Die Dánén habén unauslöschlich die Architektur, aber auch den Volkscharakter mit seiner fröhlichen Sorglosigkeit und der Vorliebe für die Genüsse des gedeckten Tisches beeinflusst. In Skáne gibt es mehr Gaststátten als in anderen Teilen Schwedens. Und man betrachtete es lange als selbstverstándlich, dass man in Schwedens südlichster Provinz am besten isst, so dass die Gastwirte anfingen, nachlássiger zu werden. Als in Schweden der Alkohol rationiert war, richteten sich die Gastwirte in Skáne mehr nach der dánischen Praxis, die nahezu keine Verordnungen kannte, als nach den asketischen Vorschriften aus dem entlegenen Stockholm. Darum ist Skáne vom übrigen Schweden immer als eine Art Vorzimmer des süssen Lebens betrachtet worden, von dem aus man die Schwelle zu den parisischen Genüssen im sündigen Kopenhagen überschreitet. Wer zwischen den Zeilen bereits jetzt eine gewisse Spannung im Verháltnis zwischen Skáne und dem übrigen Schweden herauszulesen glaubt, hat eine durchaus richtige Beobachtung gemacht. Der Schwede und vor allém der Mittelschwede (von den Breitengraden, wo das Land am breitesten ist) hat sich auch nach fast 300 Jahren nicht daran gewöhnt, den Mann aus Skáne als waschechten blaugelben Schweden zu respektieren. Er findet ihn grossspurig und prahlerisch, besonders wenn er von seiner Landschaft spricht. Das verletzt wiederum den Skáning, der dann sagt, dass er keineswegs mit seiner Provinz prahlt. Er hált sich nur an die Wahrheit und kann nichts dafür, dass Skáne nun mai allén anderen schwedischen Provinzen überlegen ist. Dazu kommt noch der schnarrende Dialekt mit seinen Diphthongen und dem rollenden Kehlkopf-rr, das den Mittelschweden im Rundfunk und Fernsehen stört. Eine Zeitlang sprachen beinahe die gesamte Regierung und die meisten Behördenpersonen mit skánischem Idiom, was den Verdacht aufkommen liess, dass die Skáningar eine Infiltration auf höchstem Niveau gestartet hatten. Doch da jeder sechste Schwede den leicht erkennbaren skánischen Dialekt spricht, war keine Übervorprásentation nötig, damit sich Leute, die keine so deutliche Mundart sprachen, umstellt fühlten und hinter jedem Strauch einen Skáning witterten. Ja, man sagt mitunter aus Spass, dass es Skáne nach 300 Jahren glückte, ganz Schweden zu erobern. Ich habe mich bewusst so lange in Skáne aufgehalten, weil diese Landschaft in gewisser Weise eine Sonderstellung unter den schwedischen Provinzen einnimmt. Blekinge, östlich von Skáne, gehörte ebenso lange zu Dánemark, ist jedoch-von einem Teil der Kirchenarchitektur abgesehen - z.B. der Treppengiebelkirche in Kristianopel - nicht von der dánischen Kultur beeinflusst worden. Hier gibt es tiefe, beinahe undurchdringliche Dschungel von Nadelwald bis hinauf zum übrigen Schweden. Er bot einmal vor langer Zeit Ráubern, Aufstándischen, Verbrechern und Geáchteten Zuflucht. Es passierte mehr als einmal, dass Dánén über die Grenze gingen, ein Dorf niederbrannten und verwüsteten sowie Mánner, Frauen und Kinder töteten. Die Schweden standén den Dánén nicht nach - und einige der furchtbarsten Kriegsverbrechen in der Geschichte Skandi-

Termékadatok

Cím: So ist Schweden [antikvár]
Szerző: Torsten Ehrenmark
Kiadó: Gullersproduktion AB
Kötés: Varrott keménykötés
ISBN: 9185228087
Méret: 240 mm x 330 mm
Torsten Ehrenmark művei
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Vélemény:
Minden jog fenntartva © 1999-2019 Líra Könyv Zrt.
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