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Diktieren und Schreiben: nach wie vor das große Büroproblem!
In den goldenen Jahren der Voll- und der Überbeschäftigung hat eine Umfrage bei fünfzig großen deutschen Unternehmen ergeben, daß trotz des allgemeinen Rufs nach mehr Chemikerr>, Physikern, Ingenieuren und Facharbeitern der Mangel an Maschinenschreiberinnen, Steno- und Phonotypistinnen, Stenokontoristinnen und Sekretärinnen noch weit ärger war. In einer Untersuchung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter der Überschrift „Hauptsache mehr Akademiker?" wurde einmal ein Großunternehmen des Handels zitiert, in dessen Stellungnahme es hieß: „Stenotypistinnen sind bei uns am meisten gefragt. Wie diesem Mangel abzuhelfen ist, ist nicht zu sagen. Manche Firmen versuchen es mit der verstärkten Einrichtung zentraler Schreibbüros." Ein Stahlwerk: „Wir beklagen einen ausgesprochenen Mangel an Sekretärinnen mit guter Allgemeinbildung, die in vielen Fällen eben doch nur durch das Abitur erreicht werden kann, obwohl solche Kräfte, entsprechend eingesetzt, sehr bald auf ein sehr gutes Gehalt kommen können." Ein anderes Stahlwerk: „Wir hoffen, daß sich zunehmend Volksschul-abgängerinnen dem Beruf der Stenotypistin/Kontoristin zuwenden. Dabei ist allerdings eine Verbesserung des Bildungsniveaus der Volksschule sehr wünschenswert."
Wie sieht das nun in wirtschaftlich schlechten Zeiten aus, wenn das Gespenst der Arbeitslosigkeit umgeht? Ist da nicht alles anders? Kann man da nicht so viele Schreibkräfte bekommen, wie man haben will, zu „Tiefstpreisen"? Irrtum. — Wer in diesem Glauben beim Arbeitsamt einer Großstadt anruft, um sich mal einige Phonotypistinnen zur Auswahl schicken zu lassen, ,
erfährt oft: „Schreibkräfte, zumal gute, sind nach wie vor ;
knapp." Und „Tiefstpreise"? Nicht dran zu denken! Trotz t,
Arbeitslosigkeit in vielen Bereichen sind die Kosten für Schreib- i-i
arbeit weiterhin kräftig gestiegen.
Wird die Situation wenigstens in Zukunft besser? Keine Spur! [
Wenn inzwischen auch die öffentliche Verwaltung „Rationali- j;
sierung der Büroarbeit (insbesondere der Schreibarbeit)" in ihr |
Aufgabenheft geschrieben hat, so kommt das nicht von unge- i
fähr. f