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Eine Frau gegen die Welt der MännerVor einer Gruppe halbwüchsiger Platanen, die soldatisdi in Reih und Glied ausgerichtet sind, deren kurze Astärmchen aber nodi keinen Schatten spenden, steht eine junge Frau und lächelt spöttisch.Sehr jung ist das alles, denkt sie, noch redit grün und unreif Das gilt den Bäumen, das gilt aber auch der Stadt Athen. Die alten Häuser hat der Perser zerstört, die neuen stehen noch nicht einmal dreißig Jahre und der kürzlidi erst angelegte Markt unterhalb der Akropolis blitzt von frisch gezimmerten Buden. Es riecht dort nadi blankem Holze und nicht, wie es sich gehört, nach Fischen, Leder und allerlei scharfem Gewürz. Es ist riditig, überlegt die junge Frau, daß der Schuster Kerdon auf dem Markte ionische Schnür-sdiuhe anfertigt, wie sie in lonien nicht zu haben sind; allerdings kosten sie eine Mine und das ist sündhaft viel Geld für ein Paar Schuhe. Doch auf Kerdon allein, den Nobelschuster, brauchten die Athener sich nicht gar so viel einzubilden. Auch in Milet gibt es schließlich Schuster, die ihr Handwerk verstehen! Sonst ist alles hier sehr neu, neureich könnte man fast sagen, obgleich Athen schon mächtig lange steht. Doch was zählen Friedensjahre? Vor dreißig, vor vierzig Jahren, ehe die Perser einfielen, muß Athen ein richtiges Dorf gewesen sein! Daß es heute anders ist, hat der Krieg verursadit; was die Athener heute sind, das haben die Jahre der Persernot aus ihnen gemacht. Um Milet aber entbrannte der Krieg.Ich bin eine Miiesierin, denkt die junge Frau stolz, Milet9