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EINLEITUNG
Um die wirtschaftliche Wiederaufrichtung des westlichen Europa zu verstehen, die im ii. Jh. einsetzte, ist es notwendig, zunächst einen Blick auf die vorangehende Periode zu werfen.
Die Auflösung des wirtschaftlichen Gleichgewichts der Antike. Vom Standort, den wir einnehmen aus gesehen, knüpfen die germanischen Staaten, die im 5. Jh. auf westeuropäischem Boden entstanden, unmittelbar und ohne Bruch an die Antike an, deren am meisten auffallenden und wesentlichsten Zug sie bewahrten, nämlich den mediterranen Charakter An den Küsten des Mittelmeeres hatten alle Kulturen der alten Welt ihre Wiege, dieses verband sie gemeinsam und erleichterte den geistigen und wirtschaftlichen Austausch. Vom Römischen Reich vollständig um-fasst, fanden dessen sämtliche Provinzen in ihm den natürlichen Mittelpunkt, von der Bretagne bis zum Euphrat. Diese traditionelle Rolle kam ihm auch nach den germanischen Invasionen zu. Für die Stämme, die sich in Italien, in Afrika und in Spanien festgesetzt hatten, blieb es der grosse Verbindungsweg nach Byzanz, und die Beziehungen, die sie miteinander unterhielten, zeugen von einer Wirts chafts-struktur, in der unmöglich etwas anderes als die direkte Fortsetzung der Antike erkannt werden kann. Es genügt, hier an die rege syrische Schiffahrt vom 5.-8. Jh. zwischen den Häfen des Okzidents und jenen Ägyptens und Kleinasiens zu erinnern, ferner an die Beibehaltung des römischen Goldsolidus — zugleich Mittel und Symbol der Wirtschaftseinheit des Mittelmeers — bei den germanischen Königen, und schliesslich an die allgemeine Orientierung des Handels