Bővebb ismertető
Sieglinde Rosenberger/Emmerich Tálos Einleitung
Die Expansion des Sozialstaates hat in den Nachkriegsjahr-zehnten zur Entwicklung moderner Gesellschaften beigetragen und individuelle Freiheit sowie materielle Teilhabechancen vieler Menschen ermöglicht. Sicherheit bedeutete im 20. Jahrhundert vor allem auch soziale Sicherheit.
Aktuell kommt die Wohlfahrtsstaatsforschung zu dem Ergebnis, dass das »goldene Zeitalter« des Ausbaus des Sozialstaates wohl vorbei sei und das »Ende der Arbeitsgesellschaft« oder gar eine »Zwei-Drittel-Gesellschaft« bevorstünde. Tatsächlich bringen geänderte ökonomische, soziale und politische Umfelder den Sozialstaat massiv unter Druck. Neue Arbeitswelten, heterogene Arbeitsformen, steigende Erwerbslosigkeit sowie Individualisierung und Pluralisierung der Lebenswelten generieren sozialstaats-relevante Herausforderungen. Auch in gut ausgebauten Sozialstaaten werden Probleme wie die mangelnde Absicherung einer wachsenden Zahl von Erwerbslosen, Verarmung und soziale Ausgrenzung virulent. Dadurch steigen die Anforderungen an die Problemlösungskapazität und an die Ressourcen - ablesbar an der verstärkten Inanspruchnahme sozialstaatlicher Leistungen und an vermehrten Aufwendungen für sozialstaatliche Leistungen. Dies wiederum schlägt sich in Finanzierungsengpässen nieder.
Neben diesen Herausforderungen, die in gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen begründet liegen, bricht nun auch die nationalstaatliche Fixierung der Sozialpolitik auf - bedingt durch supranationale Institutionen wie die EU, bedingt durch internationale Trends, für die vielfach der Begriff »Globalisierung« steht. Die Handlungsspielräume der nationalstaatlichen Sozialpolitik werden enger, bestehen aber nach wie vor.