Bővebb ismertető
Studien zum Stand der sozialwissenschaftlichen Flüchtlingsfor-schung herauszugeben ist ein schwieriges Unterfangen. Flucht istzu einem zentralen Thema der Weltpolitik geworden. In der Bun-desrepublik Deutschland wird die Flüchtlings- und Asylpolitik vonfast allen Parteien und sozialen Gruppen genutzt, um Anhängerund Gegner zu mobilisieren. Fremdenfeindlichkeit und Pogromegegen Asylbewerber verstärken die praktische Orientierung. Über-legungen sine ira et studio sind kaum noch möglich.Und doch ist es geboten, die Wissenschaften stärker an dieFlüchtlingsproblematik heranzuführen. Fluchtbewegungen werdenWeltgesellschaft und -politik entscheidend prägen. Offensichtlichversagen politische Einrichtungen angesichts dieses Politikfeldes.Da wird von Strömen gesprochen, die europäische Länder be-drohen, internationale Menschenrechtskonventionen werden inFrage gestellt. Die Verfassung der Bundesrepublik Deutsch-land gerät zur Manövriermasse im politischen Streit. Nur wenigeInstanzen haben noch die Möglichkeit, auf die Irrationalitäten inder politischen Arena zu verweisen und ein Forum zur gewalt-freien Debatte um politische Lösungen zu bieten. Die Wissen-schaft gehört sicherlich dazu.Dabei ist das Thema Flucht, Fluchtursachen und Flüchtlings-politik kein etabliertes Objekt deutschsprachiger wissenschaftlicherForschung (siehe die Forschungsstandsberichte in dieser Publika-tion), vielmehr war es lange Zeit Ausdruck politischer Grenzzie-hungen in den Wissenschaftsinstitutionen oder Teil der Regional-forschung, die diese Phänomene als bloße Randerscheinungenübergreifenden sozialen Wandels interpretierten. Die Okkupationdes Themas durch Wissenschaftler, die in der völkischen Traditionarbeiteten, machte es anderen Forschern nicht leicht, sich imBereich der Flüchtlingsforschung zu versuchen. Auch die Bergevon quasi-wissenschaftlicher Literatur, die sich auf das Prinzip der