Bővebb ismertető
In diesem Buche wird der Begriff der Soziolo gie im Sinne einer empirischen Einzelwissenschaft verstanden. Das bedeutet gegenüber den landläufigen Auffassungen teils eine Einschränkung, teils einen Anspruch. Beides ruft nach einer Erklä- rung, die wir in dieser Einleitung geben wollen. Eine Einschränkung ist insofern in der obigen Aussage enthalten, als mit ihr eine ganze Reihe von Ausklammerungen verbunden ist. Viele Disziplinen, Denksysteme und Doktrinen, die häufig ziemlich wahllos in engster Verbindung mit der Soziologie auftreten, werden sorgsam von ihr getrennt. Das gilt in mehreren Beziehungen, die jedoch alle dahingehend zusammenwirken, daß am Schluß eine Soziologie sichtbar wird, die nichts als Soziologie ist, nämlich die wissenschaftlichsystematische Behandlung der allgemeinen Ordnungen des Gesellschaftslebens, ihrer Bewegungs- und Entwicklungsgesetze, ihrer Beziehungen zur natürlichen Umwelt, zur Kultur im allgemeinen und zu den Einzelgebieten des Lebens und schließlich zur sozial-kulturellen Person des Menschen. Eine solche allgemeinste Abgrenzung wäre dann zu erweitern durch die spezifischen systematischen Probleme der allgemeinen Soziologie; diese bearbeitet sowohl die soziologischen Grundbegriffe und Grundprozesse, die den verschiedenen Teildisziplinen gemeinsam sind, wie auch die Fragen der Integration einzelner Wirklichkeitsgebiete in das Totalphänomen des Lebenszusammenhanges gesellschaftlicher Erscheinungen. Damit ist an sich schon vorausgesetzt, daß neben der allgemeinen Soziologie auch eine Reihe von soziologischen Teildisziplinen,, spezielle und angewandte Soziologien, vorhanden ist, die sich teiis selbständig entwickelt und erst nach einem gewissen Reifungsprozeß an die allgemeine Soziologie angeschlossen haben, teils umgekehrt aus einer konkreten Ausgestaltung der Grundfragen der allgemeinen Soziologie hervorgetrieben worden sind und sich dann verselbständigt haben, wie z. B. die S o zialp sy ch olo gi e. Aus der in diesem Sinne verstandenen Soziologie werden nun zunächst alle philosophisch ausgerichteten Betrachtungsweisen ausgemerzt, insbesondere die Geschickts- und Sozialphil o sophie. Diese Tendenz hat sich nunmehr seit rund 70 Jahren definitiv durchgesetzt. Dabei ist zu beachten, daß die Ausklammerung keineswegs in einem dogmatischen Sinne erfolgt; denn es könnte sehr wohl sein, und es stellt sich sogar im konkreten Forschungsprozeß immer wieder ein, daß die Diskussion in einem gegebenen Falle einzig durch philosophische Überlegungen weitergebracht werden kann. Dies sollte jedoch im-