Bővebb ismertető
Vorwort Es ist im Grunde nicht üblich, daß der Mitherausgeber einer Reihe die Veröffentlichung seines Herausgeberkollegen durch einleitende Bemerkungen vorstellt. Noch seltsamer wäre es, wenn dieser Mitherausgeber sein Vorwort etwa als Präsident jener Universität schreiben wollte, an welcher der Kollege wirkt; nach der gegenwärtigen Gesetzeslage sind ja Universitätspräsidenten administrative Funktionäre, die zwar zufällig auch Wissenschaftler sein dürfen, jedoch als Präsidenten in inhaltlichen Fragen der Wissenschaft besser den Mund halten, da sonst jene unter ihnen, die keine Wissenschaftler sind, ebenfalls mitreden wollen und damit endgültig zum Verruf der deutschen Universitäten beitragen würden. Wenn ich solche Bedenken zurückstelle und ein Vorwort zum vorliegenden Band schreibe, so ausschließlich deswegen, weil ich als politischer Philosoph vom Thema fasziniert bin, dessen sich mein Kollege Soziologe angenommen hat. Charles Sanders Peirce, neben William James einer der Begründer des amerikanischen Pragmatismus, im Gegensatz zum letzteren durch seine Scotus-Studien mit der antikmittelalterlichen Tradition vertraut und insofern einer der faszinierendsten Mitbegründer der modernen Semantik, hat das Symbol einmal als „a sign which is constituted a sign merely or mainly by the fact that it is used and understood as such" umschrieben (Collected Papers, 2.307). Symbole sind danach natürliche oder künstliche Wirklichkeiten der sinnlich wahrnehmbaren Welt, die als Zeichen wirken, deren Zeichencharakter jedoch nicht durch physische (etwa kausale) Bezüge, sondern allein dadurch konstituiert ist, daß sie als Zeichen verstanden werden. Insofern gehören sie zu jenen Realitäten, auf deren Analyse Peter Winch seine Kritik der behaviouristisehen Sozialwissenschaften begründet hat: obwohl sie - im Gegensatz zu bloß gedachten Objekten - außerhalb des menschlichen Bewußtseins existieren, geht unser Verständnis von ihnen in ihre Definition ein, können sie in ihrem Wesen gar nicht erfaßt werden, ohne unser oder doch jemandes inhaltliches Verständnis einzubeziehen. So umschrieben sind Symbole so etwas wie Prototypen sozialer Wirklichkeiten. Man muß nicht so weit gehen wie Hegel, der meinte, gesellschaftliche Phänomene seien nahezu ausschließlich durch „Anerkennung" konstituiert, um zu sehen, daß die Eigentümlichkeit des Gesellschaftlichen im Gegensatz zum Naturhaften u. a. darin besteht, als solches wenigstens implizit verstanden zu werden. Was niemand