Bővebb ismertető
Vorwort
In der akademischen Öffentlichkeit wie bei Studierenden war die Erinnerung an die Gründungsväter der Soziologie vor fünfzig bis sechzig Jahren noch höchst lebendig. Diese Situation hat sich seither grundlegend gewandelt. Veränderte Rahmenbedingungen des Studierens, eine durch fortschreitende Spezialisierung gekennzeichnete Wissenschaftslandschaft sowie der im Kontext forcierter Anforderungen an Interdisziplinarität zunehmend problematischer werdende Rekurs auf Disziplin-übergreifend geteilte wissenschaftliche Traditionsbestände haben zu einem Verlust an grundlegendem Orientierungswissen auch in den Sozialwissenschaften geführt. Entsprechend gewinnen nicht nur für Studierende Publikationen an Bedeutung, die in prägnanter wie knapper Form elementare Traditionsbestände etablierter Disziplinen angesichts veränderter Studienbedingungen bündeln und schnell verfügbar machen.
Aufbau und Gliederung des vorliegenden Bandes suchen diesen Konstellationen zunächst auf der Ebene der Auswahl der dargestellten theoretischen Perspektiven zu entsprechen. Als Lehrbuch verzichtet es auf die Aufnahme jüngerer Theorieentwicklungen, deren Profil sich ausschließlich vor dem Hintergrund klassischer Beiträge gewichten lässt und für deren Darstellung im Rahmen sowohl soziologischer wie generell an alle sozialwissenschaftlichen Disziplinen sich richtender einführender Veranstaltungen erfahrungsgemäß kaum oder gar kein Raum bleibt. Infolgedessen folgt der Band dem Motto .weniger ist mehr". Die Darstellung konzentriert sich erstens auf als klassisch anerkannte und für die aktuelle Theoriebildung und empirische Forschung in der Soziologie wesentliche Bezugspunkte. Allerdings kann die Erschließungsmächtigkeit der behandelten Ansätze für empirisches Material nur sehr begrenzt dokumentiert werden. Der Band verfolgt sodann zweitens die Absicht, die behandelten Autoren selbst hinreichend zu Wort kommen zu lassen, um wenigsten in Ansätzen einen Eindruck von Sprache und Argumentationsprofil ihrer Arbeiten zu vermitteln. Für die Anordnung des Materials ist drittens die schlichte jedoch orientierungsbewährte chronologische Ordnung gewählt. Alle Erfahrungen zeigen, dass die Chronologie als Leitfaden den Vermittlungsnotwendigkeiten am meisten entgegenkommt. Die Darstellungen der einzelnen Ansätze sind zudem viertens in sich geschlossen gehalten und bieten einen verständlichen wie auch hinreichend komplexen Einstieg in die einzelnen Ansätze, der aber regelmäßig um Hinweise auf Weiterentwicklungen, Kridken etc. auch jenseits der jeweiligen Abschnitte zur Wirkungsgeschichte ergänzt wird. Fünftens wird der Band durch ein abschließendes Kapitel in komparativer Absicht abgerundet, um über die zusammenfassenden Ubersichten für jeden Ansatz hinaus Varianten und Alternativen der Behandlung zentraler Untersuchungsperspektiven der Soziologie kompakt zur Darstellung zu bringen. Diesem Unterfangen liegt die Überzeugung zugrunde, dass sich analytische Kompetenz gerade in vergleichender Perspektive schulen lässt. Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist sechstens aus Gründen der Über-