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Im ersten Viertel des 17. Jahrhunderts, zur Zeit, als die bekanntesten Meister der spanischen Barockmalerei ihre künstlerische Tätigkeit zu entfalten begannen, hatte Spanien seine führende Stellung als Weltmacht bereits eingebüßt. Die als unbesiegbar" geltende spanische Marine, die Armada, war durch die Kriegsflotte der Königin Elisabeth von England und den Sturm vernichtet worden und die aus den Kolonien nach Sevilla einlaufenden spanischen Frachter brachten immer geringere Gold- und Silberladungen. Auf den Fanatiker Philipp II., Sohn des genialen Karls V. (als König von Spanien Karls I.), folgten schwache Herrscher, die der Beschäftigung mit Staatsangelegenheiten höfische Intrigen, Jagd und verspielte Lustbarkeiten vorzogen.Im Madrider Alcázar, in Buen Retiro und dem Schloß Pardo ebenso wie in den Lustschlössern und dem Escorial erinnerten nur noch Theatervorstellungen und der Bilderschmuck der Festsäle an die einstige Größe. Der jeweilige Aufenthaltsort des Hofes war durch die Etikette in der Reihenfolge der Jahreszeiten und Feste streng geregelt. Die Winterresidenz war Madrid, den Vorfrühling verbrachte der König mit seinem Gefolge im Pardo, für die auf Ostern folgenden Monate übersiedelte der Hof in das Lustschloß Aranjuez inmitten blühender Parkanlagen, während er die restliche Zeit vom Spätsommer bis Weihnachten im Escorial zu verbringen hatte. Die Ausschmückung des letztgenannten, von Philipp II. errichteten monumentalen Klosterpalastes, dessen grandiose Granitmasse sich bestrickend in einen halbkreisförmigen Gebirgszug einschmiegt und auch in größter Sommerhitze seine Bewohner in eine eisig düstere Atmosphäre hüllt, wurde auch in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts noch vorangetrieben. Philipp III. beeinflußte wenig die Entwicklung von Literatur und Kunst, dagegen Philipp IV., der 1623 mit 18 Jahren den Thron bestieg, fand Freude an Theatervorstellungen und beschäftigte sich mit der Verschönerung seiner Schlösser. Er ließ antike Skulpturen und deren Nachbildungen ankaufen, nahm in Italien Baumeister und Maler in seine Dienste und ließ durch seinen Hofmaler Diego Velázquez eine ganze Porträtfolge seiner selbst sowie seiner Familienmitglieder anfertigen.Gleichzeitig mit dem unaufhaltsamen Verfall der Weltmacht der spanischen Habsburger erfuhren die darstellende Kunst und - vor allem in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts - die spanische Literatur eine neue, äußerst beachtenswerte Blütezeit. 1604 erlebte der unsterbliche Don Quijote" des Miguel de Cervantes seine Erstauflage, Lope de Vega überschwemmte die Bühnen5