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Giovanni Boccaccio
Calandrino, Bruno und Buffalmacco suchen im Mugnone den Zauberstein Heliotrop. Calandrino glaubt ihn gefunden zu haben und kehrt mit Steinen beladen nach Hause zurück. Seine Frau verhöhnt ihn. Zornig verprügelt er sie und erzählt dann seinen Kumpanen, was sie viel besser wissen als er.
Als Panfilo seine Erzählung beendet hatte, über welche die Damen so herzlich gelacht hatten, daß sie gar nicht wieder aufhören konnten, beauftragte die Königin Elissa fortzufahren. Noch lächelnd begann sie:
Ich weiß nicht, ihr lieben Mädchen, ob es mir gelingen wird, euch mit meiner drolligen, aber wahren Geschichte so zum Lachen zu bringen, wie Panfilo es mit der seinen vermochte. Ich werde mir alle Mühe geben.
In unserer Vaterstadt, der es an eigenartigen Bräuchen und sonderbaren Käuzen niemals mangelte, lebte vor nicht langer Zeit ein Maler namens Calandrino, ein einfältiger Kerl mit wunderlichen Angewohnheiten. Er verbrachte die meiste Zeit mit zwei anderen Malern, die sich Bruno und Buffalmacco nannten und zwei lustige, aber auch schlaue und durchtriebene Burschen waren. Sie verkehrten mit Calandrino vor allem deswegen, weil sie sich an seinen schnurrigen Angewohnheiten und seiner Naivität häufig höchlichst ergötzten. Zur selben Zeit lebte in Florenz auch der junge Maso del Saggio, ein muntrer Spaßvogel, gewitzt und gewandt in allen seinen Unternehmungen. Er hatte schon allerlei von Calan-drinos Einfältigkeit gehört und den Entschluß gefaßt, sich auf seine Kosten einmal recht von Herzen zu amüsieren, indem er ihm einen Possen spiele oder ihm irgendein Märchen aufbände. Als er ihn eines Tages zufällig in der Kirche San Giovanni traf, wo Calandrino aufmerksam die Malereien und das Schnitzwerk des Tabernakels betrachtete, das erst vor kurzem auf dem Altar der genannten Kirche aufgestellt worden war, dachte Maso bei sich, daß jetzt Zeit und Ort für sein Vorhaben günstig seien.