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EINLEITUNG
Schlüsselwort Angst
Krampfartiger Schmerz durchfuhr mein gebrochenes Bein, als es an der Flanke des Maultiers hängenblieb. Simon und Richard schoben noch einmal kräftig nach, dann saß ich oben, in dem Sattel mit dem hohen Knauf, und klammerte mich verzweifelt an der Mähne des Maultiers fest, um nicht gleich wieder auf der anderen Seite herunterzufallen. Ich spürte, wie mein linker Fuß von fremden Händen in das lederne Gehäuse eines Steigbügels geschoben wurde, und trat kräftig nach unten, um mich im Sattel aufzurichten. Einen Moment lang schwankte ich unsicher hin und her, während ich mit fest geschlossenen Augen darauf wartete, daß die Schmerzen nachließen.
»Bist du in Ordnung?« fragte Simon. Ich öffnete die Augen und blickte auf sein ängstiiches Gesicht hinunter.
»Ja, es läßt schon nach.« Ich schaute zu Richard hinüber, der mir aufmunternd zugrinste. »Simon, ich glaube, ich schafP das nicht.«
»Du mußt. Eine Infektion können wir nicht riskieren.«
Mein rechtes Bein stand steif von dem Polster aus Isomatten ab, das die anderen mir über den Sattel gelegt hatten. Ich erinnerte mich daran, wie es ausgesehen hatte, als Simon mir die Hose aufschnitt. Seltsam fremd hatte es sich angefühlt: aufgedunsen, zu einem dicken, fetten Klumpen angeschwollen, voll violetter Streifen, welche die Blutergüsse anzeigten, dort wo das Knie und das Fußgelenk zertrümmert waren. Ich hatte es schon so lange in diesem Zustand mit mir herumgeschleift, daß es mir mehr wie ein unerwünschtes, hinderliches Gepäckstück erschien denn als Teil meines eigenen Körpers.
Der Maultiertreiber Spinoza nahm die Zügel auf, schnalzte mit der Zunge und ließ das Tier in einen langsamen Schritt fallen. Ich rutschte fast herunter.