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Vorwort
Wieviel Phantasie und Erfindungsgabe ist aufgewandt worden, um im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg geheimnisvolle Bücher zu schreiben und spannende Filme zu drehen, die von unglaublichen Heldentaten der Geheimdienste oder noch unglaublicheren Versuchen von Spionen, an die sonderbarsten Geheimnisse heranzukommen, berichten.
Meist erkennen wir schon auf Anhieb, daß mehr Erfindung als Kenntnis der wirklichen Vorgänge am Werk ist, und man ist deshalb vielleicht geneigt, auch dieser Ausarbeitung den Rücken zu kehren, wenn nicht hier ein ganz neuer Weg in das Thema hinein aufhorchen ließe.
Wo kann man die Wahrheit finden, fragte sich Piekalkiewicz und machte sich auf den Weg, die wirklichen Zeugnisse für die geheimen Geschehnisse an und hinter den Fronten zu finden.
Er verschaffte sich nicht nur Zugang zu den Archiven der einzelnen Länder, die bis dahin in wohlbehütetem Schlummer lagen, er suchte die Augenzeugen auf und führte die einstigen Gegner an den Schauplätzen der Ereignisse zusammen. Er prüfte Berge von Dokumenten, er sichtete über eine Million Fotos und fand schließlich Filmstreifen, auf denen man die Abläufe damals festgehalten hat. In mehr als fünf Jahren hat Piekalkiewicz, ein Mann, der nicht aufgibt, diese Arbeit mit dem Fanatismus eines Sammlers bewältigt. Uber 250 000 Kilometer hat er zurückgelegt, um die Wahrheit zu finden.
Ihm kam zugute, daß er als Filmschaffender den richtigen Ausgangspunkt fand, besser gesagt das Ende des Fadens, von dem aus man alles aufrollen kann, nämlich die obenerwähnten Dokumentarfilme für die Militärs und Staatslenker. Aus diesen Entdeckungen und seinen beruflichen Kenntnissen ergab sich die weitere Methode, die Augenzeugen und Beteiligten am Schauplatz der Geschehnisse aufzunehmen und zugleich damit die wiederauflebende Erinnerung der Beteiligten festzuhalten, die oft seit Jahrzehnten nicht mehr an diesen Ort gedacht hatten, geschweige ihn aufsuchten.
Das großartige filmische Ergebnis dieser Arbeit prämiierte die Jury des IX. Internationalen Fernseh-Festivals in Monte Carlo 1969 mit dem 1. Preis als bestes historisches Dokument. Fairneß nach allen Seiten hin, Objektivität und Sachlichkeit wurden dabei besonders gerühmt.
Wieviel aber ging bei der notwendig gedrängten Form der Fernsehfilme verloren. Wie wenig konnte man auf Motivierung und Charakter verweilen. Wie sehr geben die so schnell vorbeiziehenden Bilder nur eine Impression.