Bővebb ismertető
Einführung
Zu den eigenartigsten Landschaften nicht
nur der Deutschen Demokratischen Repu-
blik, sondern ganz Mitteleuropas zählt der
Spreewald. Sein Reiz beruht nicht allein auf
den naturgeographischen Besonderheiten
dieser charakteristischen Niederungs- und
Flußlandschaft, gleichermaßen aufschluß-
reich sind seine Erschließung und wirt-
schaftliche Nutzung durch den Menschen.
Hier im Spreewald wohnen neben Deut-
schen Sorben, die einzige nationale Minder-
heit in der DDR, die ihre eigene Sprache und
ihr Brauchtum trotz Verfolgung und Unter-
drückung in der Vergangenheit bewahrt
haben. Weitbekannt ist der Spreewald ferner
durch spezialisierten Gemüseanbau und
dessen Verarbeitung. Die Kraftwerke von
Lübbenau und Vetschau und der nahe an
den Oberspreewald heranrückende Braun-
kohlentagebau gaben neue Entwicklungs-
anstöße. Trotz der umwälzenden neueren
Veränderungen, wie die industrielle Ent-
wicklung in seinem südlichen Randgebiet
und Meliorationen im Zuge der sozialisti-
schen Umgestaltung der Landwirtschaft in
der Niederung selbst, hat der Spreewald
seine Eigentümlichkeiten bewahrt. Daher ist
er weiterhin mit Recht ein Hauptanziehungs-
punkt unserer Republik für Urlauber und
Touristen aus dem In- und Ausland.
Der Spreewald —
ein geographischer
Überblick
Die Einmaligkeit der Niederungslandschaft
Spreewald beruht zunächst auf der Auf-
spaltung der Spree und ihrer größeren Zu-
flüsse Malxe und Berste in eine Vielzahl von
Flußarme - hier Fließe genannt. Diesen
natürlichen Flußläufen hat der Mensch zur
wirtschaftlichen Erschließung, insbesondere
zur Grünlandnutzung, wie auch zur Verbes-
serung der wasserwirtschaftlichen Verhält-
nisse im Laufe der Jahrhunderte durch ei-
gene Arbeit Kanäle und Gräben in großer
Zahl hinzugefügt. Der Spreewald war ur-
sprünglich auf Grund dieser hydrogra-
phischen Verhältnisse, der Naßböden und
der damit verbundenen längeren durch-
gängigen Waldbedeckung schwer zugäng-
lich. Diese naturgeographischen Besonder-
heiten verursachten andersgeartete Bedin-
gungen und Probleme für die dort siedeln-
den Menschen, für die landwirtschaftliche,
forstwirtschaftliche und fischereiliche Be-
wirtschaftung sowie für den Verkehr und die
Bauten. Die Besonderheiten des Verkehrs
auf dem Wasser im inneren Spreewald wur-
den zu einem wesentlichen Anziehungs-
punkt.
Aber auch andere Eigenarten erfreuen den
Besucher oder erwecken sein Interesse. Da
sind die Wasserbauten, lebensnotwendig
für die Verhütung von Hochwässern, jedoch
auch zum Schutz gegen sommerliche Nied-
rigwasserführung und Dürre. Da sind die
weiten Wiesenflächen, neuerdings auch
stärker Weiden, die dem Niederungswald
abgerungen worden sind, mit den kenn-
zeichnenden zwiebeiförmigen, wenn auch
längst nicht mehr so häufigen Heuschobern.
Da sind schließlich die sorbischen Bewoh-
ner mit vielfältigen Traditionen sowie ma-
teriellen und kulturellen Leistungen, nicht
zuletzt ist die Urbarmachung der Spreewald-
niederung ihre landeskulturelle Tat.
Alle diese naturgeographischen, histo-
rischen, wirtschaftlichen und volkskund-
lichen Erscheinungen zusammengenom-
men begründen die Einmaligkeit dieser
Landschaft, wozu auch die jüngste Entwick-
lung am Südrand des Spreewaldes beiträgt.
Mit den Kraftwerken Lübbenau und
Vetschau sowie den Braunkohlentagebauen
wurden gewaltige Impulse für Wirtschaft,
Bevölkerung und Siedlung gegeben, wo-
durch der Spreewald aus einem einst rück-
ständigen, unbedeutenden Gebiet zu einem
für die ganze Republik wichtigen Energielie-
feranten geworden ist.
Was hier nur angerissen und in den geo-
graphischen Zusammenhang gestellt wer-
den kann, wird in den folgenden Kapiteln
näher behandelt. Die große Zahl der Einzel-