Bővebb ismertető
Seit dem politischen Umbruch der Jahre 1989 und 1990 und derdaraus resultierenden Überwindung der West-Ost-A bschottung habén auf allén Ebenen die Kontakté zwischen dem westlichen und dem östlichen Európa sprunghaft zugenommen. Ein in dieser Gröfienordnung vorher nicht bestehender Bedarf an verláfilichen Informationen über das östliche Európa zu Sachverhalten, Entwicklungen und deren Hintergründen ist entstanden, dem die vorliegenden Veröffentlichungen bei weitem nicht gerecht werden können. So ist oft ein nur oberflachliches Wissen über das östliche Európa und die dórt ablaufenden Wandlungen vorherrschend, das die Grundlage für schematische, plakative Urteile bildet. Soweit es ráumliche Strukturen und Entwicklungen betrijft, ist dieser Umstand besonders deswegen beklagenswert, da es in den Lándern des östlichen Európa seit Jahrzehnten grofie und leistungsfáhige geographische und verwandte Forschungseinrichtungen gibt, deren hohes Niveau sich beispielsweise in den vorliegenden Nationalatlanten dokumentierte, so auch für die Tschechoslowakei als Ganzes, für die Slowakei, Ungarn, Rumanien und Bulgarien. Es sind daher Wege zu suchen, um sowohl das in der Vergangenheit vorhandene und aus politischen Gründen nicht oder nur zum Teilpublizierte Wissen zu erschliefien als auch die seit dem Umbruch oft turbulent voranschreitenden Veranderungen zu erfassen. Diese Aufgabe wird nicht zuletzt dadurch erschwert, dafi die vorher leistungsfahigen Institute und Wissenschaftler des östlichen Európa selbst in intensiver Weise in die Vorgange einbezogen sind, dafi sie sich oft statt mit gründlicher Forschung mit den elementarsten Fragen der alltaglichen Existenzsicherung befassen müssen. Diese Problematik, die am einschneidendsten die Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion betrijft, ist in abgestufter Weise für allé ehemaligen Ostblockstaaten wirksam, nicht zuletzt für die in diesem Sammelband dargestellten vier Staaten Mittel- und Südosteuropas. Das Institutfür Landerkunde (IfL) sieht es seit der Neu- bzw. Wiedergründung im Jahre 1992 als eines seiner Hauptanliegen an, die in den zurückliegenden Jahrzehnten gewonnenen eigenen Kenntnisse über das östliche Európa sowie seine Erfahrungen aus der internationalen Zusammenarbeit mit den dort wirkenden Wissenschaftlern und Institutionen in den Dienst des besseren gegenseitigen Kennenlernens der Europaer in Ost und West zu stellen. Dabei kann das IfL an jahrzehntelange bewáhrte Erfahrungen der auf gegenseitiger Wertschatzung beruhenden gleichberechtigten partnerschaftlichen Zusammenarbeit anknüpfen und sie entsprechend den neuen Möglichkeiten und Bedingungen gestalten. Das bedeutet in der gegenwártigen Situation eines akutén Wissensdefizits über das östliche Európa zunachst vor allém in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des IfL die Aktivierung des in diesen Lándern vorhandenen Wissens über die dortigen Probleme und Vereinbarungen. Diesem Anliegen dienten in den Jahren seit 1992 eine ansehnliche Reihe von Tagungen und Publikationen, die ein erfreulich positives Echo fanden. Weitere Aktivitaten dieser Art sind im Gangé oder werden vorbereitet. Die Mitwirkenden verzeichnen mit Freude und Genugtuung, dafi sich bei dieser Art der Wissenschaftspartnerschaft der fachliche Gewinn fast untrennbar mit dem menschlich-kollegialen verbindet. In der jetzigen Phase des akutén Wissensdefizits einerseits und des brachliegenden Wissens andererseits mufi es in erster Linie darum gehen, dieses Wissen zu aktivieren, zu systematisieren und nutzbarzu machen, um damiteine solide gemeinsame Basis für vertiefende Untersuchungen sowohl zur Erkenntnis allgemeiner Gesetzmafiigkeiten und Zusammenhange als auch zur Erweiterung des Faktenwissens zu schaffen. Diese Überlegungen gelten in vollem Mafie für die Stádte und die Stádtesysteme, da in ihnen die politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklungen komprimiert sind und sie somit die gesamte Dramatik und Problematik der aktuellen Wandlungen erfahren. Ausgehend von der Erkenntnis der Schlüsselstellung der grófién Stadte/Stadtregionen und der von ihnen dominierten Stádtesysteme hatte das IfL daher bereits wenige Monate nach seiner Neubzw. Wiedergründung damit begonnen, in umfang-