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[. Reinhard Libuda Der kleine StanDie Ankunft der schottischen Nationalmannschaft ist für Sonntag gemeldet. Aber das Wetter glaubt offenbar, es müsse jetzt schon mit den Männern aus Glasgow Hand in Hand arbeiten. Der Nebel klebt did und grau über Malente und dem Dieksee. Er gebärdet sich, als komme er nicht aus der lieblichen Landschaft der holsteinischen Schweiz, sondern geradewegs aus den schmutzigen Dods am Clyde River oder aus den kalten Tälern des schottischen Hochlandes.Im Hamburger Volksparkstadion, wo die Deutschen gegen Schottland spielen sollen, versucht die Feuerwehr den Nebel mit brennendem öl zu vertreiben. Es werde gehen, meint der Brandmeister. Damit im Ernstfall der Vorrat reicht, rollt ein Faß nach dem andern in den Tribünenkeller. Man ist gerüstet, das Spiel könnte beginnen.In Malente ist man noch nicht soweit. In der Sportschule wird noch gebastelt an der deutschen Mannschaft. Man tut geheimnisvoll, und eigentlich paßt der Nebel dazu. Malentes guten Ruf, was den Fußball anlangt, kann nämlich nichts verderben, selbst der didste Nebel nicht. Denn die Deutschen gewannen immer dann, wenn sie aus der Stille Holsteins in die brodelnden Stadien zogen.Sie gilt als gutes Omen, diese Sportschule. Ein flaches Haus auf einem Hügel, unten ein Fußballplatz und um das ganze Gelände ein hoher Zaun mit zwei großen, eisernen Toren, deren Schlösser ausgezeichnet funktionieren eine Eigenschaft von besonderer Wichtigkeit.Wenn nämlich die deutsche Nationalmannschaft in der Sportschule Malente wohnt, sind die Tore abgeschlossen, die Mannschaft eingeschlossen. Klausur nennt man das, und in Klausur, so glauben ja auch die Lehrer in der Schule, läßt sich besser arbeiten.Auch Helmut Schön, der Chef der deutschen Mannschaft, glaubt das. Außerdem will er seine Geheimnisse hüten. Andere Trainer verfahren ebenso vorsichtig. Viele machen Festungen aus den Quartieren ihrer Mannschaften. Denn die großen Fußballspiele werden