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Mit einem Lächeln auf seinem eingefallenen Gesicht wacht
Tay auf. Verschlafen blickt sich der Junge um. Und schon
erlischt das Lächeln wieder, als er erkennen muß, daß alles
nur ein schöner Traum gewesen ist. Ein Traum, der sicher
nie in Erfüllung gehen wird. Tay liegt auf einer schäbigen
Reismatte, eingehüllt in schmutzige Baumwolltücher, die ihn
vor den gefährlichen Moskitostichen schützen.
Sein primitives Nachtlager befindet sich mitten auf dem
Gehsteig. Hinter ihm stehen baufällige Häuser, an denen der
Schimmelpilz wuchert. Müll türmt sich am Straßenrand in
großen Haufen und verbreitet einen widerwärtigen, fauligen
Geruch.
Tay rümpft nicht einmal mehr die Nase. Er kennt den
Gestank dieser Straße, hat sich im Laufe der Jahre ganz an
ihn gewöhnt. Mit seinen abgemagerten Fingern schält sich
der Junge aus den Baum Wolldecken und steht langsam auf.
Sein hagerer, ausgemergelter, kleiner Körper streckt sich,
und mit einem wehmütigen Seufzer rollt Tay sein Nachtla-
ger zusammen. Der Traum ist ausgeträumt. Das schöne
Schloß, in dem der Junge auf Seidenkissen schlafen konnte,
existiert in Wirklichkeit nicht. Die Phantasie ist grausam,
gaukelt wunderbare Bilder vor, die sich in nichts auflösen.
Tay steckt sein zerrissenes T-Shirt in den Bund seiner kur-
zen Hose und fährt sich durch sein struppiges, verfilztes
Haar.
Dann macht er sich auf den Weg. Die Stadt erwacht zu
neuem Leben. Saigon ist riesengroß. Fast vier Millionen
Menschen leben hier auf engstem Raum beisammen. Saigon,
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