Bővebb ismertető
über das Buch
Der Prozeß der naturwissenschaftlich-technischen Perfektionierung im Krankenhaus hat bedrohliche Formen angenommen. Statt dem Menschen zu dienen, beginnt die Technik ihn zu beherrschen und Kranksein und Sterben immer geschickter hinter Geräten und Apparaten zu verstecken. Die „ars moriendi" als bewußte Bewältigung des Sterbens gerät darüber in Vergessenheit. Auch die Angehörigen werden daran gehindert, dem Sterbenden beizustehen. Diese Entwicklung wird von den Betroffenen als inhumane und gefährliche Entartung empfunden. - Die vorliegenden Tagebuchaufzeichnungen machen in erschütternder Weise auf die Kehrseite des technischen Fortschritts im Krankenhaus aufmerksam. Sie geben ein Signal, das zur Besinnung und Kurskorrektur aufruft.
Vorwort des Herausgebers
Es war nicht nur der verständliche Wunsch der Schreiberin dieses Berichts, anonym zu bleiben, der aus äußeren Gründen einen Herausgeber erforderlich machte, sondern auch ein Ausdruck ihrer Großzügigkeit: es sollte sozusagen der anderen Seite, einem Arzt, Gelegenheit gegeben werden, in derselben Veröffentlichung zu den aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen.
Was uns vorliegt, ist die Geschichte einer alltäglichen Krankheit. Ein Sechzigjähriger erleidet aus scheinbarer Gesundheit einen Herzinfarkt und wenige Wochen später ein Rezidiv, das trotz allen ärztlichen Einsatzes zum Tode führt. Dies wird von der Ehefrau des Kranken erzählt ohne literarische Finessen, „hastig niedergeschrieben", wie sie selbst sagt, aber in Betroffenheit, zum Teil in Anerkennung, zum Teil in leidenschaftlicher Kritik an dem, was geschah. Aber was geschah eigendich? Nichts anderes, als was in jeder unserer Krankenhausabteilungen zu geschehen pflegt, und man muß gleich hinzufügen, es geschah in einem guten Krankenhaus. Alle taten ihre Pflicht, die Diagnose war zweifellos richtig, die Behandlung gewissenhaft, das Verhalten von Ärzten und Schwestern korrekt. Daß ab und zu eine kleine, sachlich unbedeutende Panne passiert, kommt überall vor, ja es muß anerkennend hervorgehoben werden, daß eine dieser Pannen von dem leitenden Arzt im Nachhinein offen als solche zugestanden wurde. Trotz der ausgesprochenen Dankbarkeit der Schreiberin für alles, was für ihren Mann geschah, ist der Bericht im ganzen aber doch eine Anklage, nicht gegen eine Schwester, nicht gegen einen Arzt, sondern gegen das „System".
Können wir Ärzte diesen Protest, diesen Vorwurf, es sei unmenschlich zugegangen, als sachlich unberechtigt abtun? Können wir ihn als unbeachtlich ansehen, weil die Ereignisse entstellt oder zumindest einseitig dargestellt seien, weil der Bericht den subjektiven Eindruck einer tief betroffenen, hochsensiblen