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1. KAPITELOhio River Country, 1703Nur ein paar blasse Sterne standen am Himmel, als das Mädchen geräuschlos aus dem Wigwam kroch. Leise schlich es durch das schlafende Dorf. Das erste Morgenrot begann bereits den Horizont zu färben. Star Blanket beschleunigte ihre Schritte. Das Morgengrauen, die Stunde vor Anbruch des neuen Tages, war eine Zeit, die sie liebte, eine Zeit, in der sie eins war mit den Stimmen ihres Herzens und Zwiesprache hielt mit allen Lebewesen der Erde.Star Blanket kniete sich ans Ufer des Baches, um von dem kühlen frischen Wasser zu trinken. Die Steine unter ihren Füßen gaben noch die Kälte der Nacht ab, und sie fröstelte in ihrem kurzen Hirschlederrock und der ärmellosen Weste. Der Sommer kam spät in diesem Jahr. Es war schon Juni, und noch immer wollten die wilden Erdbeeren nicht reifen.Star Blanket legte ihre Kleidung ab und streifte die Mokassins von den Füßen. Dann öffnete sie ihren dicken langen Zopf. Das dunkle gewellte Haar flog ihr um die gebräunten Schultern, als sie losrannte, um mit einem Satz in das natürliche Becken unter den überhängenden Bäumen zu springen. Das Wasser war so kalt, daß ihr fast die Luft wegblieb und sie unwillkürlich einen überraschten kleinen Schrei ausstieß. Doch unbeirrt schöpfte sie gleich darauf Sand vom Grund des Baches und schrubbte sich damit ab, bis ihr ganzer Körper prickelte. Danach watete sie ans Ufer, um sich mit den in einem Behälter aus Birkenrinde aufbewahrten Kräutern das Haar zu waschen.Sie hatte bereits die Hand nach dem Gefäß ausgestreckt, als ihr mit einem Male die unnatürliche Stille auffiel und sie mitten7