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Innerhalb des Zeitabschnittes, den der diesjáhrige Kalender von Ostern 1968 bis Ostern 1969 umspannt, falit die Erinnerung an eine Tat, die vor 50 Jahren den Keim einer ganz neuen sozialen Ordnung in eine chaotische, zerrissene Zeit einpflanzte. Es war der Aufruf Rudolf Steiners An das deutsche Volk und an die Kulturwelt aus den ersten Februartagen des Jahres 1919. Der Weltkrieg war zu Ende. Das Kaiserreich der Hohenzollern und die österreichisch-ungarische Monarchie der Habsburger waren hinweggefegt. Aus den Trümmern dieser Reiche sollten neue Hoffnungen für das zukünftige Leben erstehen, noch bevor auf der Friedenskonferenz von Versailles über das Schicksal dieser Lánder entschieden wurde. - Schon eineinhalb Jahre zuvor hatte Rudolf Steiner, der Bitté einflufireicher Persönlichkeiten folgend, einen ersten Versuch gemacht, dem drohenden Zusammenbruch der Mitte entgegenzuwirken. Seine damals für die Machthaber Deutschlands und Österreich-Ungarns verfafíten Memoranden waren als Grundlage für eine solche auswartige Politik gedacht, die den Vierzehn Punkten Woodrow Wilsons eine von Mitteleuropa ausgehende Idee entgegengestellt hatte. Der Aufruf An das deutsche Volk und an die Kulturwelt richtete sich nicht mehr an die Regierenden alléin, sondern an alle Menschen, besonders an die in den deutschen Gebieten lebenden. Er wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz einem ausgewáhlten Kreis von Zeitgenossen, auch solchen, die bekannt sind, auf die man etwas geben wird, unterbreitet, damit sie seine Ideen kraftvoll unterstützen. Bald lagen über 2000 Unterschriften vor, grofie Einschaltungen mit dem Text des Aufrufes erschienen gleichzeitig in der Tagespresse. Etwa zwei Monate spater, am 19. April 19x9, reiste Rudolf Steiner, nach fast einjáhrigem Unterbruch, wieder zu Vortrágen aus der Schweiz nach Deutschland. Er sah sich nach Zeiten intensiver Vorbereitungen, in die auch die Konzipierung seines sozialwissenschaftlichen Hauptwerkes falit, vor die Aufgabe gestellt, für die sozialen Impulse in aller Öffentlichkeit einzutreten. Bei dem ersten öffentlichen Vortrag am 22. April in Stuttgart waren die Unterzeichner des Aufrufes versammelt und nun konnte jeder folgende Tag mit Vortrágen, Versammlungen, Diskussionen und Besprechungen in den Dienst des Ideengutes der Dreigliederung des sozialen Organismus gestellt werden. Sein grundlegendes Buch Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft lag wenige Tage spater, am 26. April, gedruckt vor und zur gleichen Zeit nahm der Bund für Dreigliederung des sozialen Organismus seine Tátigkeit auf.