Bővebb ismertető
Von Raphael werden die Menschen immer wissen wollen. Von dem jungen, schönen Maler, der alle anderen übertraf. Der früh sterben mufite. Dessen Tod ganz Rom betrauerte. Wenn die Werke Raphaels einmal verloren sind, sein Name wird eingenistet bleiben in das Gedáchtnis der Menschen. So beginnt Hermán Grimm am Ende des vorigen Jahrhunderts sein Leben Raphaels (3. Auflage 1896). Wenige Zeit spáter nennt ein hervorragender Kunstkritiker Raphael einen der gröfiten Schönheitskomödianten, die je gelebt haben (Kari Scheffler 1913). Was liegt da vor? Ist Hermán Grimms Enthusiasmus ein subjektiver? Hat sich das Sehen der Menschen so rasch geándert ? Ist es der Naturalismus ? Ist es die Entwicklung der gegenstandslosen Kunst, wodurch für die Substanz der Formensprache Raphaels das Organ geschwunden ist ? Die Schátzung Raphaels wird stets davon abhángig sein, ob man, wie er selber es tat, den Menschen als ein Glied des ganzen Kosmos empfindet und dementsprechend auch die Kunst als Bürgschaft und Bekráftigung dieses Weltbürgertums. Kunst war für ihn die Harmonie und Ordnung des Kosmos, die sich im Irdischen offenbart und als himmlisches Urbild die Erdenwesen verklárt: Schönheit als Schein des Geistes, der nicht von dieser Weit ist. Er hat seine Göttinnen und Madonnen nicht nach dem Modell, sondern aus innerer Schau geschaffen. Da nun aber immer Mangel an rechtem Urteil wie an schönen Frauen ist, bediene ich mich einer gewissen Idee, die in meinem Geiste erscheint (io mi servo di certa idea, che mi vienne nelle mente) (Brief an Castiglione 1515)- Was ist es, das uns die Gestalten Raphaels nicht nur der Erde, sondern dem Kosmos zugehörig erscheinen láfit ? Sie sind eingebettet in spharische Formen, die durch den planetarischen Schwung ihrer Linien aufeinander bezogen und in sich abgerundet sind, so dafi die Menschengestalt durch sie der irdischen Existenz entrückt und der Schwere enthoben erscheint. Das beliebte pyramidale Kompositionsschema der Renaissance gewinnt bei Raphael zugleich eine innere Leuchtkraft, die alles Stoffliche licht und leicht macht und die Beziehungen der Figuren in einem strahlenden Gleichgewicht erhált. Dieses strahlend-atmende Gleichgewicht zwischen Schwere und Schwebe ist das tief Gesundende der Kunst dieses Malers, dem der Name des Heilgottes Raphael-Merkur vom Schicksal zuteil geworden ist. Gesundheit ist Gleichgewicht. Das Anschauen dieser Bilder wirkt heilend. Ihre Farben und Formen weiten die Seele zur Empfindung beseelter Naturkráfte.