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Zum Gedáchtnis von Kari Julius Schröer Zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages am 11. Januar 1825 Georg Hartmann Drei Ziele waren es, die das Wirken des Mannes bestimmten, zu dessen Schicksal es gehörte, ein unbeachtetes und in seiner Bedeutung weithin verkanntes Leben zu führen. Ein Leben, das doch einen unvergleichlichen Schicksalshintergrund hatte. Da war zunáchst das praktische pádagogische Wirken in Budapest, Prefiburg und Wien. Viele Schriften über den Deutsch-Unterricht, Lehr- und Lesebücher, Abhandlungen über Kalligraphie und über gymnastische Übungen legen Zeugnis ab von einer Pádagogik, die sich ganz in den Dienst einer Förderung und Veredelung des Menschenwesens stellte. Das zweite Schaffensziel entsprang für Schröer aus einer tiefen Liebe zum Geiste des deutschen Volkstums, wie sich dieser Geist in der Sprache, in Sitten und Gebráuchen auch der jenigen Angehörigen der deutschen Volkheit aussprach, die versprengt in kleinen Gruppén im Umkreis anderer Völker lebten. Dadurch verdanken wir Schröer die Kenntnis altér deutscher Weihnachtsspiele, besonders derjenigen aus Oberufer, die heute noch zur Weihnachtszeit vielen Menschenseelen eine Vertiefung des Gemütsempfindens für den Sinn des Weihnachtsgeschehens vermitteln. Aber diese Liebe zum deutschen Volksgeist, der für Schröer etwas wie die Auferstehung edeisten griechischen Strebens war, führte auch zur Bescháftigung mit der altdeutschen Literatur, der Liederdichtung und Heldensage. Auch sein schönes Buch über die Deutsche Dichtung im 19. Jahrhundert ist dieser Liebe entsprossen. Das dritte aber war Schröers unbegrenzte Verehrung für Goethe. Sieben Jahre vor Goethes Tod war Schröer in PreBburg geboren. So kannte er den Mann, in dem er seinen geistigen Lebensführer sah, nicht mehr von Angesicht zu Angesicht. Aber er fühlte in jeder Zeile seiner zahlreichen Schriften eine Verantwortung gegenüber dem Geist Goethes. So innig war dieses Verháltnis, dafi er sagen konnte: Goethe besucht mich zuweilen. Unter den zahlreichen Abhandlungen Schröers über Goethe sei hier nur auf die Herausgabe der Goetheschen Dramen verwiesen mit ihren ausgezeichneten Einleitungen und Kommentaren. Aber die Liebe zu Goethe wirkte auch machtig in die Schicksalsgestaltung des Lebens von Kari Julius Schröer. Dieser hatte im Jahre 1878 die Anregung eines Goethe-Vereins in Wien gegeben. Das Ziel dieses Vereins sollte die Errichtung eines Goethe-Denkmals sein. In diesem Zusammenhang übernahm Schröer auch die Redaktion der Chronik des Wiener Goethe-Vereins. Ein