Bővebb ismertető
Ich versuche mir vorzustellen, wer diesen Studienführer jetzt gerade in der Hand hält. Mit gro-
ßer Wahrscheinlichkeit sind Sie Studienanfänger (oder hoffentlich Studienanfängerin), die
,,höheren Semester" überspringen diesen Eingangsteil in der Regel leichtfüßiger. Ich heiße
Sie im Namen unserer akademischen Gemeinschaft, im Namen Ihrer zukünftigen Lehrer und
Betreuer, aber auch im Namen Ihrer Studienkollegen herzlich willkommen. Ich bin sicher, daß
ich auch im Namen Ihrer Studienkollegen sprechen darf, denn wir sind hier an der TU in der
angenehmen Situation, daß kaum eine Konkurrenz um die späteren Arbeitsplätze besteht,
weil für die Absolventen fast aller Studienrichtungen ein ausreichendes und reichhaltiges An-
gebot an Arbeitsplätzen im In- und Ausland zur Verfügung steht.
Ich hoffe und wünsche Ihnen, daß Ihnen die Wahl Ihres Studiums leicht gefallen ist. Das ist
in der Regel dann der Fall, wenn Sie über sehr ausgeprägte Interessen und Neigungen verfü-
gen, vielleicht auch über markante Vorbilder in Ihrem Verwandten- oder Bekanntenkreis, die
Ihnen Orientierungsmöglichkeiten geboten und die Wahl durch ihren Ratschlag und ihre Hilfe
erleichtert haben.
Vielleicht war die Wahl für Sie nicht so einfach oder Sie haben sich noch gar nicht (endgültig)
entschieden. Weil Sie zwar Neigung und Interesse für die Technik verspüren, sich aber nichts
Rechtes unter einem Technikstudium vorstellen können und weil Sie nicht wissen, ob ein Mit-
telschulinteresse für Mathematik, Physik, Chemie oder Geometrie eine ausreichende Basis
und tragfähig genug sind, um eine Berufswahl darauf zu gründen. Vielleicht sind Sie auch
ein wenig im Zweifel darüber, ob Sie sich angesichts der heutigen Umweltprobleme durch die
Wahl eines „kalten" Technikstudiums in die Reihe der Sündenböcke stellen lassen sollen.
Ich kann Ihnen Ihre Entscheidung und Ihre persönliche Beurteilung nicht abnehmen. Ich erin-
nere mich nur, daß sie für mich selbst nicht einfach war und will deshalb versuchen, Ihnen
mit ein paar Gedanken in dieser Anfangs-Unsicherheit Schützenhilfe zu geben:
1. Die Berufsaussichten sprechen eindeutig für ein Technikstudium. Sie sind — mit wenigen
Ausnahmen — ausgezeichnet. Und selbst in weniger attraktiven Fällen sollten Sie sich dann
nicht abhalten lassen, wenn Sie ausgeprägte Neigungen und Interessen verspüren. Wer et-
was gerne tut, wird imstande sein, Uberdurchschnittliches zu leisten und dies ist eine der
wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg.
2. Natürlich haben Techniker ihren Anteil an unseren Umweltproblemen. Die Technologien
entspringen schließlich ihren Köpfen. Aber über die Anwendung und den Gebrauch dieser
Technologien entscheiden sie in der Regel nicht oder nicht allein.
Die Autos beispielsweise waren noch nie so sparsam und schadstoffarm wie heute. Dies ist
nur aufgrund einer hochstehenden Technik möglich. Wenn der Individualverkehr heute Um-
weltprobleme verursacht, liegt das weniger an den Fahrzeugen, als an unseren Ansprüchen,
an unserer Bequemlichkeit, an unserer Reife im Umgang mit der Technik, am politischen Wil-
len, irgendwelchen ,,Sachzwängen" u.v.a.m. Die Lösung unserer Umweltprobleme werden
wir nicht den Geistes- und Sozialwissenschaftlern überlassen können, obwohl wir ihre Mei-
nungen und Haltungen nicht ignorieren dürfen. Es braucht dazu vor allem interdisziplinär
denkende, kreative, intelligente, engagierte, warmherzige Vollbluttechniker, die ihr Metier be-
herrschen.
3. Ihre Berufsentscheidung ist mit Ihrer Erstinskription nicht endgültig. Einerseits nehmen Sie
wesentliche Weichenstellungen hinsichtlich Ihrer Vertiefungsrichtung erst nach dem 1. Stu-
dienabschnitt (4. Semester) vor und andererseits ist ein Studienwechsel z. B. im ersten Stu-
dienjahr in den meisten Fällen durchaus noch aufzuholen, in manchen Fällen sogar problem-
los. Ich selbst habe nach dem ersten Semester sowohl die Studienrichtung als auch den
Hochschulort gewechselt und habe dies nie als Makel, sondern immer als Bereicherung emp-
funden.
4. Wichtig ist dabei allerdings, daß Sie nicht passiv warten, bis irgend jemand die Dinge für
Sie klärt oder diese sich von selbst klären. Beginnen Sie, Ihre Studienlaufbahn, Ihre berufli-
che Zukunft und damit einen wesentlichen Teil Ihres Lebens selbst zu gestalten. Seien Sie
aufgeschlossen und neugierig: Reden Sie mit älteren Studienkollegen, mit Assistenten und
Professoren wo immer Sie Gelegenheit dazu haben. Haben Sie keine Angst, dabei an Image
zu verlieren — Sie haben noch keines. Gehen Sie in die Zeichensäle und schauen Sie sich
die Konstruktionszeichnungen an, blättern Sie die Lehrunterlagen durch, sehen Sie sich die