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Sturz in den Abgrund [antikvár]

Sturz in den Abgrund [antikvár]

 
NUMMER 374 KOMMISSAR X Sturz in den Abyrnnd Sie stellten sich außerhalb der Gesetze, begaben sich freiwillig in die Gesellschaft von Mördern und kamen darin um. Den Eingang der Bank betraten in der frühen Dämmerung eines nebligen Tages zwei Männer. Sie zogen hastig schwarze Strumpfmasken über ihre Köpfe, setzten Reisemützen auf und schlüpften in schwarze Plastikmäntel. Dann betraten sie den kleinen Schalterraum. Die „Farmers Home Bank" von Danbury im Staate Connecticut verdankte ihre Existenz den Bemühungen der Farmers Home...
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NUMMER 374 KOMMISSAR X Sturz in den Abyrnnd Sie stellten sich außerhalb der Gesetze, begaben sich freiwillig in die Gesellschaft von Mördern und kamen darin um. Den Eingang der Bank betraten in der frühen Dämmerung eines nebligen Tages zwei Männer. Sie zogen hastig schwarze Strumpfmasken über ihre Köpfe, setzten Reisemützen auf und schlüpften in schwarze Plastikmäntel. Dann betraten sie den kleinen Schalterraum. Die „Farmers Home Bank" von Danbury im Staate Connecticut verdankte ihre Existenz den Bemühungen der Farmers Home Administration im Department of Agriculture, die Landwirtschaft zu unterstützen. Wie viele andere dieser kleinen Unterstützungskassen hatte jedoch auch sie alimählich die üblichen Geldgeschäfte an sich gezogen und bediente ihre Kunden bankmäßig, wenn auch in bescheidenem Rahmen. Ihre Geschäftsräume befanden sich im Erd- ,1 , geschoß eines Zweifamilienhauses am Rande von Dambury. Über ihnen wohnte im Obergeschoß der Zweigstellenleiter Gus Randolph. Uber dem Eingang zur Bank — ein ganz gewöhnlicher Hauseingang — prangte in Goldbuchstaben ein Spruch: Qui Transtulit Sustinet. Frei übersetzt bedeutete das ungefähr: Wer uns hierher verpflanzt hat, unterhält uns auch. Hinter der Schalterbarriere befanden sich zwei andere Männer. Der eine von ihnen war Gus Randolph, der Zweigstellenleiter, ein etwas schwerfälliger, früh ergrauter Mann um Mitte Vierzig. Der andere war Richard Lyman, ein blasser junger Mann mit Brille, von dem niemand Heldentaten erwartete. Gus Randolph musterte mehr erstaunt als erschreckt die beiden Vermummten, die plötzlich dicht vor ihm standen, von denen der eine sogar einen schweren Revolver in der Hand hielt. Er war nicht sicher, ob es sich nicht um einen dummen Scherz handelte und ob er dazu grinsen sollte. Wenn er das nämlich ernst nahm, würde man in den nächsten zwanzig Jahren in Danbury über ihn lachen. Natürlich war das alles blanker Unfug. Viel mehr als ein paar tausend Dollar waren hier nie zu holen, und das wußte praktisch jedes Kind in Danbury. Zudem war das Geld gut gesichert. Die Schalter besaßen zwar keine Schutzscheibe, aber die Bank verfügte über eine vorzügliche Alarmanlage mit Außensirene und direkter Polizeiverbindung. Man brauchte bloß eine unter den Schaltern durchlaufende Stange zu berühren oder einen von mehreren anderen Kontakten im Schalterraum anzutippen, um das halbe Städtchen auf die Beine zu bringen. Was sollte der Aufmarsch also? Gus Randolph grinste trotzdem nicht. Der Revolver war keine zwei Meter von ihm entfernt und zeigte genau auf ihn. Neben ihm reckte Lyman ,bereits seine Arme steif in die Höhe, ohne überhaupt dazu aufgefordei-t worden zu sein. „Hände hoch!" befahl die Maske. Randolph hob zögernd die Hände und trat gleichzeitig mit dem rechten Fuß gegen die Alarmstange. Gleich wurde die Sirene aufheulen. Aber sie heulte niäht. Alles blieb still. Und ein zweiter Versuch brachte auch keinen Erfolg. Die Alarmanlage funktionierte nicht! Randolph befand sich plötzlich in einem Alptraum. Die Alarmanlage konnte doch nicht versagen. Das war unmöglich! Er gehorchte benommen, als ihm der Vermummte befahl, zurückzutreten. Er bemerkte, daß auch der zweite Mann eine Schußwaffe auf ihn gerichtet hielt. Jetzt hoben die beiden das Klappbrett neben ihm hoch und kamen herüber. Sie zwangen ihn mit einer drohenden Handbewegung, bis zum offenen Geldschrank zurückzutreten. Der zweite Mann nahm das Geld aus dem Schrank und warf es in einen kleinen Plastikbeutel. Endlich fand Randolph wieder in die Wirklichkeit zurück. Er begriff plötzlich, daß er nicht träumte und daß seine Kasse ausgeraubt wurde. Er warf sich auf den Vermummten, der ihn mit dem Revolver in Schach hielt. Der Revolver krachte zweimal. Gus Randolph hatte den Eindruck, daß er zweimal mit einem spitzen Stock gegen die Brust gestoßen wurde. Dann brach er zusammen. Die Vermummten rannten hinaus. Draußen jaulte ein Wagen auf und verschwand im Nebel. Eine knappe halbe Stunde später stand Sam Robinson, der Sheriff von Danbury, im Kassenraum und blickte düster auf den Toten herunter. Der .Sheriff, war ein schwerer, bulliger Mann, dem man trotz eines biederen Bernhardinergesichts noch genug Härte und Robustheit für sein Amt zutraute. Zwei Polizisten! sicherten die Tür.

Termékadatok

Cím: Sturz in den Abgrund [antikvár]
Kiadó: Erich Pabel Verlag KG
Kötés: Tűzött kötés
Méret: 160 mm x 220 mm
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