Bővebb ismertető
Jens ReuterDie wirtschaftliche Lage in Slowenien und KroatienSlowenien: Trotz großer Erfolge ein schwieriger Weg in die EUWenn man fragt, welcher der Nachfolgestaaten Jugoslawiens den Zerfall die-ses Landes am besten überstanden hat, kann die Antwort nur Slowenien hei-ßen. Dabei schien die Ausgangslage nach der Unabhängigkeitserklärung vomJuni 1991 und dem kurzen kriegerischen Intermezzo nicht gerade günstig.Zum einen mußte der Übergang von der sozialistischen Selbstverwaltungs-wirtschaft zur Marktwirtschaft bewältigt werden; hier war man gegenüberanderen ehemals sozialistischen Staaten im Vorteil, da man keine striktePlanwirtschaft, sondern eine Art Semi-Kommandowirtschaft gehabt hatte.Zum anderen aber mußte man sich mit der Tatsache abfinden, daß der tradi-tionelle jugoslawische Markt für Slowenien praktisch verloren war. Zwischen1990 und 1993 gingen die Exporte in diese Region um 88 Prozent zurück,während sich die Importe aus diesem Gebiet real um 86 Prozent verringerten.Auch im eigentlichen Außenhandel mußten Einbußen hingenommen werden,denn der Handel mit den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion kampraktisch zum Erliegen. Folglich mußte der neue Staat als erstes neue Märktefinden. Günstig wirkte sich dabei aus, daß Slowenien mit Abstand die höchst-entwickelte und wohlhabendste Teilrepublik Jugoslawiens war, und daß tra-ditionelle und teilweise enge Wirtschaftsbeziehungen zum Markt der Euro-päischen Gemeinschaft bestanden. Mit knapp zwei Millionen Einwohnernstellte Slowenien nur 9 Prozent der jugoslawischen Bevölkerung, erwirtschaf-tete jedoch 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der SFRJ und erzeugte 20Prozent der Industrieproduktion. Bereits im ersten Jahr der Unabhängigkeitgelang es Slowenien, begünstigt durch seine geographische Lage und seinrelativ hohes technologisches Niveau, 70 Prozent seiner Exporte in die ent-wickelten westlichen Länder zu liefern. 1Parallel dazu bemühte sich Slowenien um die Mitgliedschaft in internatio-nalen Wirtschaftsorganisationen und eine möglichst enge Bindung an dieEuropäische Gemeinschaft. Im Januar 1993 wurde das Land Mitglied desInternationalen Währungsfonds, im Februar schloß es sich der Weltbank an.Die Mitgliedschaft im GATT erfolgte 1994. Schon im Oktober 1992 warSlowenien der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung beige-