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Grußbotschaft des Staatspräsidenten Árpád GönczVor 50 Jahren begann der Leidensweg des ungarländischen Deutschtums,der im Europa nach dem Zweiten Weltkrieg keine isolierte Erscheinungwar, sondern Teil und Konsequenz des um sich greifenden Wolfsdenkens,der den Menschen erniedrigenden Praxis des hitleristischen Wahns. Da sindGegenstand und Grund für unser Erinnern. Wir müssen wissen, daß man dieGeschichte nicht rückwirkend verändern kann, wir müssen die Zeit in ihrerVollständigkeit erfühlen, verstehen und bewerten, um ein glaubwürdigesBild von ihr zu bekommen.Der gemeinsame Wille der verbündeten Sieger des II. Weltkriegs war, diedeutsche Frage so zu ordnen, daß man die Deutschen unter Kontrolle haltenkann - das Ziel war (? Fragezeichen des Schriftleiters), aus allen Ländernalle Deutschen nach Deutschland zu deportieren. Grundsätzlich war manzwar gegen die Massenvertreibung der Deutschen aus Osteuropa, verlangtehumane Lösungen, aber die Flut der neuen Landnahme" war damals schonin Gang gekommen. Das Humane, Menschliche ist kein Privileg der Siegeroder Besiegten. Man kann nicht jemanden human seines Heims, seines Hau-ses, seines Ackers, seiner Umgebung, seiner Lebenswurzeln berauben.Rechtspflege muß sein, weil Strafhandlungen nicht ungestraft bleiben kön-nen, aber die Rechtspflege kann sich nur auf den Einzelnen, sein persön-liches Tun erstrecken. Es gibt weder eine Kollektivstrafe noch eineKollektivschuld.Meiner Meinung nach mußte man die Frage schon aufwerfen, was Ungarnmit der Aussiedlung der Deutschen verloren hat. Ich habe nicht an IhrerBeratung über dieses Thema teilgenommen. Meine Antwort ist, liebe Freun-de: Viel, sehr viel. In erster Linie moralisch. Auch dann, wenn wir die ausihren Heimen vertriebenen Magyaren aufnehmen mußten, ihr Schutz unsVerpflichtung war, wenn die Flut der magyarischen Deportierten als Zwangwirkte