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MOZART, SYMPHONIE G-MOLL
KOCHEL-VERZEICHNIS NR. 550
In Köcheis „Verzeichnis sämtlicher Tonwerke Mozarts" werden als Besitz der Preußischen Staatsbibliothek zu Berlin zwei autographe Partituren der G-moll-Symphonie (K.V.550) aufgezählt: eine ohne und eine mit Clari-iTetten. Kochel fügt bei : „André-Verz.128. 53 Blätter mit 101 beschriebenen Seiten. Querformat, zwölfzeilig. Da Mozart später 2 Clarinetten dazusetzte, so schrieb er auf besonderen Blättern eine Partitur für die 2 Oboen und 2 Clarinetten, indem die ersten durch Hinzukommen der letzten modifiziert werden mußten. Diese Variante liegt dem Autograph André 128 bei."
Diese Angaben sind nicht ganz zutreffend, zunächst insofern mißverständlich, als nur eine Voll-Partitur, nämlich die ohne Clarinetten, existiert, die „Variante" aber lediglich die Clarinetten und die auf ein System zusammengezogenen Oboen enthält. Diese sogenannte „zweite Partitur" ist also nur Beilage, und gleicht im Format und Papier der ersten Partitur, die Mozart wohl in einem Zug mit jener, kurz hintereinander geschrieben hat. Dann — ein Irrtum Köcheis — liegen diese „Partituren" nicht in Berlin, sondern im Archiv der Gesellschaft der Musikfreunde zu Wien. In dem von Man-dyczewski zusammengestellten „Zusatzband zur Geschichte der Gesellschaft" ') wird das Autograph als Bestandteil des
Museums aufgeführt, wie folgt: „Sinfonie G-moll (K. 550, comp. 1788), vollständige Partitur mit Mozarts Nachträgen. 53 Blätter Br." Das in einem lilafarbenen Karton aufbewahrte „Original-Manuskript" stammt aus dem Nachlaß von Johannes Brahms, dessen Namenszug an der Innenseite des Deckels zu lesen ist. Darüber steht: „Mozart/G-moll Symphonie / 43 Blätter Partitur / 1 Einlageblatt zu Blatt 10 und / 7 Blätter Oboen und Clarinetten / 2 Blätter" —was diesmal stimmt, denn wir zählen 53 Blätter (ungeheftete und unbeschnittene Bogen und das Einlageblatt) in den Maßen 32x23 cm, undmitdem im Autograph der Jupiter - Symphonie vorfindlichen Wasserzeichen: Krone und Buchstaben AV.
Mozart hat die Bogen eigenhändig foliiert und auf Blatt 1 am oberen Rand die ursprüngliche Tempobezeichnung „Allegro assai" in „Molto allegro" abgeändert. Unter anderen Bemerkungen und Korrekturen von verschiedenen Händen finden sich (wohl von dem Herausgeber des „Thematischen Verzeichnisses", A.André) die Zusätze: „(Nr. 91 [mit Rötel in 93 ungeändert] im themat. Catalog) Sinfonia. Vollständig Di Wolf-gangMozart 25 Juli 1788 nebst besonders zukomponierten Clarinetten. — Mozarts eigene Handschrift". Mozart zählt den
1. Satz, Molto Allegro, fol. 1 —15v, den
2. Satz, Andante, fol. 16—25; 25v ist
Wien, 1912, S. 108. Nr. 404
E. E
3604
Ernst Eulenburg, Leipzig