Bővebb ismertető
VORWORTDie vorliegende Ausgabe folgt dem Text der Johannes Brahms Gesamtausgabe (Serie 1/3, München 2005 [= JBG 1/3]). Näheres zur Textgestaltung und Quellenlage sowie zur Entstehung, frühen Aufführungsgeschichte, Rezeption und Publikation findet sich in der Einleitung und im Kritischen Bericht des genannten Gesamtausgaben-Bandes.Die 3. Symphonie op. 90 in F-dur komponierte Brahms während seines Sommeraufenthaltes in Wiesbaden (20. Mai bis 2. Oktober 1883) und fertigte die autographe Partitur bis Mitte Oktober in Wien an. Franz WüUner besuchte Brahms am 28./29. August und machte Bekanntschaft mit der Symphonie (Johannes Brahms im Briefwechsel mit Joseph Joachim, Bd. 2, Berhn 1912 [= Brahms-BriefwechselVI], S. 205f.). Etwa in dieser Zeit gab Brahms auch seinem Verleger Fritz Simrock eine erste verschleierte Anspielung auf das neue Werk: Gott soll's Ihnen lohnen, und wenn ich etwa noch einmal Notenblätter aus meiner Jugendzeit finde, so wül ich sie Ihnen auch schicken. [ ] Aus Inhegendem können Sie sehen, wie ich meine Zeit hinbringen - soU!" Der Hinweis bezog sich auf den Inhalt einer mitgeschickten Zeitungsnotiz, die berichtete, Brahms arbeite an einer neuen Symphonie (Johannes Brahms: Briefe an Fritz Simrock, Bd. 3, Berün 1919 [= Brahms-Briefwechsel X/], S. 28f.; zur Briefdatierung, vgl. JBG 1/3, S. Xlf.). Daraus ist zu schließen, dass Brahms das Werk bis gegen Ende August zumindest im Kopf und/oder im Particell relativ vollständig fixiert haben dürfte, jedoch noch weiter daran zu arbeiten hatte. Aus Brahms' Brief an Rudolf von Beckerath vom 27. November 1883 geht klar hervor, dass er die kompositorische Hauptarbeitsphase in Wiesbaden beendet hatte, denn er nannte das Werk die Wiesbadener Symphonie" und bestätigte,dass er diese bereits während seines Wiesbadener Aufenthalts auf dem Klavier hätte vorspielen können (Kurt Stephenson, Johannes Brahms und die Familie von Beckerath. Mit unveröffentlichten Brahmshriefen, Bildern und Skizzen von Willy von Beckerath, Überarbeitung und Ergänzungen von Ursula Jung, Hamburg 2000, S. 50).Noch in Wiesbaden begann Brahms, die Uraufführung und weitere Erstaufführungen zu planen. Am 9. Oktober oder kurz danach übergab er die nunmehr vollständige Partitur dem Wiener Kopisten Franz Hlavaczek und schickte am 2./3. November dessen Abschriften der aus dem Partiturautograph abgenommenen Streicherstimmen als Stichvorlagen für den Druck der Stimmen-Vorabzüge an Simrock. Somit muss die Hauptphase der Arbeit an der Orchesterfassung der Symphonie spätestens Mitte Oktober beendet gewesen sein.Während der letzten Oktoberwochen und möglicherweise bis Anfang November arrangierte Brahms die 3. Symphonie für zwei Klaviere zu vier Händen und spielte das Arrangement zusammen mit Ignaz Brüll am 9., 22. (zweimal) und 30. November im engeren Freundeskreis vor. Hans Richter war am 22. November anwesend und nannte das Werk Brahms' Eroica"; dieser Spitzname fand in der Folge weitere Verbreitung und Kommentierung.Gerade die 3. Symphonie op. 90 rief in der Brahms-Literatur besonders reichhaltige Spekulationen zur Vorgeschichte des Werkes hervor. Einerseits wurden Ähnlichkeiten zwischen Brahms' Hauptthema des 1. Satzes und zwei motivisch prägnanten Überleitungsphrasen aus Robert Schumanns Symphonien Nr. 3 op. 97 und Nr. 1 op. 38, andererseits auch thematische Verwandtschaften zwischen dem 1. bzw. 2. Satz mit Richard Wagners Tannhäuser bzw. Götterdämmerung konstatiert. Außerdem gab es Spekulationen zur Entstehungsfolge der Sätze,