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BEETHOVEN, SYMPHONIE NO. 5, C MOLL, OP.67
Bald nach Vollendung der Eroica (1803) begann Beethoven an einer neuen Symphonie in Cmoll zu arbeiten1), die ihn nachhaltig beschäftigte, aber zugunsten der weit lieblicheren, weniger das Innerste aufwühlenden, als 4. (op. 60) veröffentlichten in Bdur im Jahre 1806 beiseite gelegt wurde. Nach deren Fertigstellung muß Beethoven die Symphonie in Cmoll bald wieder vorgenommen haben. Sie muß von dem Grafen Franz v. Oppersdorff bestellt und spätestens im Februar 1808 vollendet gewesen sein. Es ergibt sich dies aus einem leider undatierten Briefe an diesen Grafen, welches Schreiben (Thayer-Deiters-Riemann II, S. 11) wegen der darin erwähnten Fingerkrankheit Beethovens in den März 1808 gesetzt werden muß. Darin heißt es: „Ich will Ihnen
nur noch melden, daß Ihre Sinfonie schon lange bereit liegt, ich sie Ihnen nun aber mit nächster Post schicke — 50 fl. [Gulden] können Sie mir abhalten, da die Kopiatur,welche ich für Sie machen lassen, billigstens 50 fl. ausmacht. — Im Fall Sie aber die Sinfonie nicht wollen, machen Sie mir's noch vor künftigen Posttag zu wissen — im Fall Sie selbe aber nehmen, dann erfreuen Sie mich sobald als möglich mit den mir noch zukommenden 300 fl. — Das letzte Stück der Sinfonie ist mit 3 Posaunen und Flautino — zwar nicht 3 Pauken, wird aber mehr Lärm als 6 Pauken und zwar bessern Lärm machen".
Daß es sich hier nur um die Symphonie in Cmoll handeln kann, ist klar wegen der Angabe über die Besetzung
*) Wenn Beethovens Bruder Kart am 14. Oktober 1803 an Breitkopf & Härtet (Anhang III zu Thayer-Deiters 2. Bd., 2. Aufl.) schreibt: „Sie können eine oder zwei Symphonien haben", so kann mit der ersten die Eroica, mit der zweiten die in Cmoll nur gemeint sein. Auch in dem Briete vom 23. Dezember 1803 spricht Karl v. Beethoven noch von 2 Symphonien, jedoch am 10. Oktober 1804 nur von einer (der Eroica), ein Beweis, dag die zweite immer noch unvollendet war. — Skizzen zum 1. und 2. Satz sowie zu einem später aufgegebenen Pinale im •/«-Takt, die sich neben Entwarfen zum Klavierkonzert in G op. 58 und zum Fdur-Terzett („Gut, Söhnchen, gut") der Leonore vorfinden, teilt Gustav Nottebohm, Beethoveniana (1872) S. 10ff. mit. Er macht dabei noch folgende Bemerkung: „Das aus vier Noten bestehende Hauptmotiv des ersten Satzes der Symphonie in C moll ist seiner rhythmischen Form nach auch in dem Hauptthema des Pianoforte-Konzertes in Gdur enthalten." Weitere gleichfalls aus dem Jahre 1805 stammende Skizzen zum 2. und 3. Satze der ihrem Abschlug damit sich nähernden Symphonie, die mit dem Beginn der als op. 138 nach Beethovens Tode veröffentlichten Ouvertüre (Leonore Nr. 1?) und mit der im Entstehen begriffenen Sonate für Klavier und Violoncell op.69 aufgezeichnet sind, veröffentlicht Nottebohm a.a.O. S.62ff. Andere Skizzen, davon auf losen Blättern befindliche zum 3. Satz und zum Obergang zum 4 sowie zum 1. Satze, die in Gesellschaft des 1. Satzes und des Hauptthemas zum Schlugrondo des 1806 fertigen Violinkonzerts und der Sonate op. 69 erscheinen, in Nottebohms Zweite Beethoveniana S. 528tf.
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