Bővebb ismertető
Vorbemerkung zur NeuauflageDie seit der Entstehung des hier wieder aufgelegten Bandes vergangene Zeit hat erhebliche Veränderungen in den Ergebnissen und Problemstellungen der Grammatikforschung mit sich gebracht. Sie betreffen zunächst die adäquatere Analyse von Einzelerscheinungen und die Aufdeckung neuer Fakten. Diese wiederum gehen Hand in Hand mit neuen Vorstellungen und Einsichten im Hinblick auf den Aufbau der Grammatiktheorie im Ganzen sowie auf deren Einbeziehung in Zusammenhänge verschiedener Art. Dieser Vertiefungs- und Integrationsprozeß hat zugleich die Notwendigkeit verdeutlicht, die Grundbegriffe und die thematisierten Zusammenhänge der Sprachtheorie kontinuierlich der philosophischen Analyse zu unterwerfen und ihre Voraussetzungen zu prüfen. Diese philosophische Reflexion ist nicht ein Prozeß, der neben der linguistischen Forschung herläuft, er bestimmt vielmehr deren Fragestellungen und möglichen Ergebnisse. Die allgemeine Zielstellung, die in diesem Sinn von der Sprachwissenschaft in der Deutschen Demokratischen Republik verfolgt wird, ist ein zusammenhängendes, auf der Grundlage des dialektischen und historischen Materialismus zu entwickelndes theoretisches Verstand-, nis der verschiedenen Aspekte der natürlichen Sprache als einer komplexen, gesellschaftlich geprägten Erscheinung, die eine entscheidende Rolle in der gesamten praktischen und geistigen Tätigkeit des Menschen spielt. Die damit umschriebenen Fragestellungen können nicht nur die Stellung der Grammatiktheorie im Gesamtsystem unseres theoretischen Wissens präzisieren; es ist zu erwarten, daß sie auch für Detailprobleme der Grammatikforschung Auswirkungen haben. Neue Bände der Studia Grammatica werden Möglichkeiten dieser Art zu zeigen versuchen.Die im vorliegenden Band dargestellten Ergebnisse sind aus den angedeuteten Gründen in verschiedenen Punkten überholt, mindestens revisionsbedürftig. Eine Neuauflage erscheint dennoch gerechtfertigt, und zwar nicht nur, weil die Arbeit auf ihre Weise zur Entwicklung der Sprachwissenschaft beigetragen hat, sondern auch weil das Verständnis der hier entwickelten Probleme Voraussetzung für weitere Schritte in der linguistischen Forschung ist.Berlin,Zentralinstitut für Sprachwissenschaftim September 1972der Akademie der Wissenschaften der DDR