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1896 - 1902
22. August 1896. - Grau sinkt der Nebel zur Erde nieder, gleich wollenen Flocken einer himmlischen Schafherde. Ein schneidender Regen durchdringt des Waldes köstlichen grünen Pelzrock und tupft den dicken grauen Staub der Landstraße mit schwarzen Flecken. Der Wald ist verlassen. Das schlechte Wetter hat alle Spaziergänger verscheucht. Die promenierenden Bürger, die langen Reihen der Kinderwagen auf den Feldwegen - sie sind längst entschwunden in eine undurchsichtige Weite. Kein menschliches Wesen mehr. Im Nebel aber spinnt ein tausendfaches Raunen und Plaudern sich an: von Baum zu Baum, von Busch zu Busch, von Blume zu Blume. Da die Menschen weg sind, wird diese Unterhaltung durch nichts mehr gestört. In der Ferne läßt ein Gießbach sein zartes, melodisches Plätschern ertönen. Von einem seltsamen Wohlbehagen ergriffen, überläßt sich die Seele dem zerfließenden Reiz der sie umgebenden Dinge. Auf Sonnenbrand, strahlende Glut, dörrende Schwüle ist eine Stunde der Ruhe, der Frische, sanfter Erquickung gefolgt. Immer heftiger, immer rascher prasselt und trommelt der Regen auf das neu ergrünende Laub. Das Raunen und Zischeln verstummt. Der Wald lauscht.
Oh, guter Regen, laß den Boden fruchtbar werden! Der Landmann hat den Äckern die Saat anvertraut, aus der eine neue Ernte hervorgehen soll. Mach, daß sein Mühen nicht vergeblich gewesen ist! Laß unter deinen Zaubertränen wogendes Korn hervorsprießen, in dem der Wind sein Spiel treiben wird. Bedecke die schwarze Scholle mit einem leuchtenden Teppich!
Grübelnd ging ich weiter, ohne Schirm. . .
50. Oktober 1896.- Rauch; graues Wetter; ein trüber Tag, den der Kohlendunst noch finsterer macht; Rufen und