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ip. Oktober, 17 Uhr 10
Sprechstunde. Das Telefon summt. Schwester Luise, die Hebamme meiner Klinik, berichtet: »Herr Doktor, soeben wurde eine Patientin eingehefert. Es handelt sich um die dritte Geburt. Der Termin wäre aber erst in drei Wochen. Seit einigen Tagen treten schwache Blutungen auf, heute nachmittag wehenartige Schmerzen mit stärkerer Blutung.«
Durch das Telefon höre ich Schwester Luise tief atmen. Sie ist aufgeregt. Steht es schon so schlimm mit der Patientin? Ich frage zurück: »Wie sind die Herztöne des Kindes?« »Gut.«
»Wie alt ist die Patientin?«
»Neunundzwanzig. Es besteht noch immer eine relativ starke Blutung, darum habe ich die Patientin nicht untersucht. Bitte, kommen Sie!«
Das hat mir eben noch gefehlt, ausgerechnet während der Hauptsprechstunde. Und doch hat Schwester Luise mich mit Recht alarmiert. Sie weiß ebensogut wie ich, was diese Blutung bedeutet: Praevia-Verdacht. Im Falle einer Placenta praevia hat sich die Plazenta (Mutterkuchen) nicht oben in der Gebärmutter, sondern im unteren Abschnitt angesiedelt. Der natürliche Ausgang der Gebärmutter ist somit versperrt und die Geburt des Kindes auf normalem Weg urmiöglich. Wenn jetzt Wehen einsetzen und es dadurch zu einer vorzeitigen Ablösung des Mutterkuchens kommt, besteht die Gefahr, daß Mutter und Kind verbluten. Dann hilft nur noch die Sectio caesarea, der Kaiserschnitt. Ich weiß, daß ich mich auf Schwester Luise verlassen kann. Sie beherrscht ihr Fach und bringt den nötigen Instinkt mit. Die Patien-