Bővebb ismertető
Glanz und Elend der Utopie
Gedanken zu Fjodor Dostojewskis » Tagebuch eines Schriftstellers«
Fjodor Dostojewskis »Tagebuch eines Schriftstellers« gehört zu den bedeutendsten literarischen Zeugnissen der europäischen Publizistik. Es hat in der schriftstellerischen Biographie Dostojewskis tiefe Spuren hinterlassen, von ihm gingen starke Impulse auf das europäische Geistesleben aus. Das »Tagebuch« hat maßgeblich zur Wirkung Dostojewskis in Deutschland beigetragen, die der Philosoph Hermann Graf Keyserling mit den Worten charakterisierte, sie sei die größte seit Martin Luther gewesen. Was seine geistige Brisanz angeht, so steht das »Tagebuch« den weltbekannten Romanen Dostojewskis, die Stefan Zweig als »epische Pyramiden« bezeichnete, kaum nach. Politische Ereignisse, Tagesfragen, Verbrechen und Gerichtsprozesse, philosophische und historische Betrachtungen, Lebenserinnerungen, religiöse Erörterungen, moralische Bekenntnisse, Leserbriefe, dazu noch kurze Prosastücke - all das findet sich in Dostojewskis »Tagebuch eines Schriftstellers«. Am Ende liegt ein Werk vor, das thematisch wie stilistisch gleichermaßen verwirrend ist und sich von vornherein dem Vorwurf des Chaos und der Maßlosigkeit aussetzt. Alles hinreichende Gründe, meinen wir, den Versuch zu unternehmen, die Ideensyntax des »Tagebuches« aufzuhellen und in gebotener Gedrängtheit den geistigen Standort seines Autors zu beleuchten.