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Vorbemerkung
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Die Geburt ist nicht ein augenblickliches Ereignis, sondern ein dauernder Vorgang. Das Ziel des Lebens ist es, ganz geboren zu werden, und seine Tragödie, daß die meisten von uns sterben, bevor sie ganz geboren sind. Zu leben bedeutet, jede Minute geboren zu werden. Der Tod tritt ein, wenn die Geburt aufhört.
Erich Fromrh
Maxie Wander hat uns mehrere tausend Briefe und Tagebuchseiten hinterlassen, die ich selbst noch nicht alle kenne. Keine literarischen Sensationen erwarten uns — sie hat das alles nicht für die Öffentlichkeit geschrieben — und keine Offenbarungen, sondern der merkwürdige Werdegang eines einfachen Mädchens, der erfüllt ist von der Leidenschaft zu erkennen, was das Leben ist und was es sein könnte. — Wenn wir von dem obenstehenden Motto ausgehen, das Maxie Wander für einen Briefroman, den sie irgend einmal beginnen wollte, gewählt hat, dann ist sie nicht gestorben, mehr noch, ihre „Geburt" war nicht nur ein dauernder Vorgang zeit ihres Lebens, er hält weiter an, wir wissen nicht, wo er enden wird.
Das ist ein Buch, das keinerlei Kommentars bedarf, wer es liest, mag lange dran zu denken und zu arbeiten haben, mit dem Kopf, mit dem Herzen, mit allen fünf Sinnen und auch mit dem sechsten Sinn, jenem Stück Irrationalen, Märchenhaften, Phantastischen, dem sie nachspürt in den kleinen Dingen des Alltags und in dem engen Dasein kleiner Leute, die sie liebte. Ihr Leben war oft sehr glücklich, aber auch zerrissen von Irrtum und Traurigkeit. In vielen Briefen und Tagebuchaufzeichnungen klagt sie sich selbst an und ist verzweifelt über ihr Versagen. Noch habe ich es nicht gewagt, diese Briefe zu zeigen, in welchen sie
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