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1. KapitelZenkoDer Hafen des Marinestützpunktes Gremicha wurde von einem weit ins Meer hineinragenden Wellenbrecher geschützt, der die arktische Bastion der russischen Seestreitkräfte vor den Winden und der eisigen Barentssee abschirmte. Im April, wenn die Eisdecke zu schmelzen begann, spazierte der Stationskommandant des Stützpunktes, Vizeadmiral Stefan Zenko, in den Abendstunden gern den Damm entlang und hing seinen Gedanken nach. Am Ende des Brechers lag stets ein kleines Boot für ihn bereit, mit dem er anschließend in den Hafen zurückruderte.Zenko war ein kleiner, untersetzter Mann mit spitzem Bauch und einem tätowierten Schiffskompaß auf dem rechten Handrücken; nicht gerade sonderlich anziehend, aber gutmütig. Als U-Boot-Mann mit Leib und Seele erfreute er sich bei den Männern, die er befehligte, großer Beliebtheit. Abend für Abend meldeten sich zehn Matrosen freiwillig für die ehrenvolle Aufgabe, das Boot ans Ende des Wellenbrechers zu rudern. Manchmal fand Zenko einen saftigen, reifen Pfirsich oder eine kleine Flasche georgischen Brandy unter den Riemen versteckt. Als einfacher Mann ohne jegliche Ansprüche war er jedesmal erstaunt und gerührt von diesen kleinen Gaben.An diesem Abend, Ende April, bestieg Zenko, bekleidet mit einem schwarzen Arbeitsanzug und ausgelatschten Gummistiefeln, auf dem Kopf eine warme Pelzkappe, wie gewohnt das Boot für seine nächtliche Ausfahrt. Als er nach den Ruderpinnen griff, starrte ihm sein eigenes Gesicht vom Titelblatt des Nordlicht entgegen, der Wochenzeitung der Nordflotte, Trägerin des Rotbannerordens. Sicher hatte ein Matrose, stolz auf seinen Kommandanten, ihm die Zeitung ins Boot gelegt.