Bővebb ismertető
Einleitung
WENN WIR DAS UNBEDINGTE in der Glaubenshaltung sehen, so ist es das Wesen des Politischen, daß es im Bedingten existiert. Politik kann immer nur von und mit Menschen gemacht werden, die mit sich reden lassen. Sie ist die Nachgiebigkeit scheinbar unnachgiebiger Überzeugungen, Interessen, Haltungen. Sie ist ein lautes Entweder, das sich auf ein leises Oder eingestellt hat.
Wie alles was aus dem Bedingten kommt, also keine eigene Substanz hat, mindert das Politische jene Werte des Menschen, für deren Erhaltung und Mehrung er allein aufzukommen hat. Die Politik trübt immer die Wertquelle der Güter. Sie ruft für eine bedingte Meinung und Haltung menschliche Kräfte auf, die sie dem Unbedingten des menschlichen Glaubens entzieht und diesen um eben dieses Entzogene ärmer macht. Aber das Politische ist die Form, unter welcher Völker und Nationen ihr Schicksal erleben. Welchem die Zugehörigkeit zu einer Nation über alles geht, dem wird auch das Politische über alles gehn und höchster Wert sein.
Talleyrands langes Leben füllt die Politik aus und in den schwierigsten Situationen seines Landes. Und in den allerschwierigsten war seine Politik das, was man erfolgreich nennt; und sie war es immer dann, wenn er seine Politik unabhängig und unwidersprochen von einem Chef treiben konnte. Denn der Chef reduzierte seine staatsmännischen Fähigkeiten auf diplomatische Geschicklichkeit. Da für eine Zeit dieser Chef Napoleon hieß, verschwand der Staatsmann Talleyrand hinter dem diplomatischen Routinier, als welcher er der Nachwelt gilt. Gewiß nicht ohne seine Mithilfe, worunter wir nicht nur seine Art und Begabung für das diplomatische Wesen als eines Teiles des staatsmännischen verstehen. Sondern die Verfärbung, welche der Begriff des Staatsmannes heute