Bővebb ismertető
Ein Wiener Gemeindebau. Stiege 18. Mal fünf Stockwerke, in jedem Stockwerk drei Wohnungen. Der Zahl der Bewohner nach ein kleines Dorf Aber es ist wie eine einzige Festung, mit Höfen, Durchgängen, Abstellplätzen für Müllcontainer, Sandkisten, da und dort ein Stückchen Grün. Wichtig die Telefonzelle am Eck. Wenn die Eingangstüre zur Stiege 18 versperrt ist, braucht man ein Telefon, um die gesuchte Wohnpartei zu erreichen.
1. Stock - 2. Stock - 3. Stock. In der Mitte: Karin Leiter. Eine Drehklingel. Hinter der Wohnungstüre ein schmaler, lichtloser Vorraum. Fleckerlteppich. Der Rest ein großer, unterteilter Raum. Urgemütlich. Der Duft von Brennholz, Teekräutern, frischer Luft. Ein Holzherd, Regale voller Bücher, Blumenstöcke auf der Fensterbank. Stille. Karin freut sich über den Besuch. Sie hat gebeten, ihr auch die Kommunion zu bringen. Im Eck über dem Eßtisch ein Gekreuzigter. Armlos. Ohne Balken. Auf dem Tisch frischer Tee, Kandiszuk-ker, selbstgebackene Kekse, bauchige Tassen. Eine Kerze, ein Lebensbaum in Kreuzesform. Alles, als ob es immer so gewesen wäre. Es war nicht immer so. Da waren viele Jahre, und sie waren ein langer, dornenvoller, dunkler Weg. Es ist noch nicht so lange her, daß der Weg den Namen bekommen hat: Mein Weg über Golgotha, und daß dieses Herz sich bei der Hand nehmen hat lassen - zum Tanz. Vor ein paar Tagen hat die Krankheit wieder neu zugeschlagen. Die Tumore in den Knochen sind ins Mark durchgebrochen. Neuerliche schmerzhafte Behandlungen. Aber im Sommer hat es eine längere Ruhepause gegeben. Wie ein Sturm ist da der Kreuzweg zu Papier gekommen. In nur ein paar Tagen.
An einem verborgenen Plätzchen unter einem Strauch draußen auf dem ebenen Land.