Bővebb ismertető
Unter Eingeweiden, Viscera, verstanden die alten Anatomen
alles, was man bei der „Ausweidung" eines geöffneten Leichnams aus den großen Körperhöhlen leicht herausnehmen kann, ohne es, wie die Muskeln, Knochen, Gefäße und Nerven, Schnitt für Schnitt herauspräparieren zu müssen. Auch Gehirn und Rückenmark wurden früher dazu gerechnet. Seitdem man jedoch weiß, daß das Zentralnervensystem aus einer ganz anderen (ektodermalen) Anlage hervorgeht, wird es als eigenes System betrachtet. Dagegen rechnen wir auch heute noch das Herz als den zentralen Motor des Blutgefäßsystems zu den Eingeweiden, zu denen es auch bei entwicklungsgeschichtlicher Ableitung als mesodermales Organ gehört.
I. Die Verdauungsorgane
Yerdauungs- und Atmungsorgane werden zusammengefaßt als Gastropulmonalsystem (vgl. Bd. I, S. 4), weil sie entwicklungsgeschichtlich aus der gleichen Anlage stammen, indem der Respirationstr actus als Seitensproß des Darmtradus entsteht. Auch bestehen im erwachsenen Körper Beziehungen insofern, als die kranialen Abschnitte der beiden Rohre einander überkreuzen und ein kurzes Stück, im Rachen, ein gemeinsames Rohr bilden.
Die Verdauungsorgane haben die Aufgabe, die Nahrung aufzunehmen, aufzulösen und aufzusaugen. Sie bestehen aus einem vom Mund zum After durchlaufenden Rohr, das gegliedert ist in Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Magen und Darm, und ferner aus den großen Darmdrüsen: Leber und Bauchspeicheldrüse. Unter ,,Magen-Darm-Kanal11 verstehen wir denjenigen Teil dieses Rohres, der ausschließlich im Dienste der Nahrungsverarbeitung steht, also von der Speiseröhre bis zum After.
Die Schleimhaut
So wie die äußere Körperoberfläche des Menschen von der Haut bedeckt wird, so die innere Oberfläche des Verdauungsrohres, der Atmungsorgane und der Harn- und Geschlechtsorgane von einer entsprechenden, lückenlos zusammenhängenden Grenzschicht, der Sehleimhaut, Tunica mucosa¦
1 V o ß u. Herrlinger, Anatomie. Bd. II. 8. Aufl.